Land will im nächsten Jahr in ehemaliges Finanzamt Goethestraße investieren

Der Anbau kommt nicht

Kassel. Das Land will sieben Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung des ehemaligen Finanzamtes an der Goethestraße stecken. Der seit Längerem geplante Anbau zur Querallee hin soll nun aber doch nicht kommen. „Der Neubau wird aus Kostengründen nicht weiter verfolgt.“

Das sagte die Sprecherin des Hessischen Immobilienmanagements (HI) in Wiesbaden, Renate Gunzenhauser, auf Anfrage.

Die Sanierungsarbeiten sollen nach dem Auszug des Kasseler Amtsgerichts beginnen. Das ist bis Ende des Jahres im ehemaligen Finanzamt untergebracht, weil seine eigenen Räume an der Friedrichsstraße saniert werden. Wenn die Mitarbeiter das Gebäude wieder verlassen haben, sollen im nächsten Jahr die Haustechnik und die Räume modernisiert werden.

Vom Verfall bedroht: Für die Stadtvilla an der Querallee, Sitz des Hessischen Baumanagements, will das Land kein Geld mehr ausgeben. Das denkmalgeschützte Gebäude soll verkauft werden.

Dazu gehören auch die denkmalgerechte Überarbeitung der Fenster und Ausbesserungsarbeiten an der Fassade. In die modernisierten Räume werden Dienststellen des Kasseler Regierungspräsidiums einziehen: Die Zentrale Bußgeldstelle und eine weitere Abteilung werden dort angesiedelt. Sie sind bislang in angemieteten Räumen im Victoria-Hochhaus an der Fünffensterstraße und im EAM-Gebäude an der Treppenstraße untergebracht.

Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD) bedauert, dass sich das Land von den Ausbauplänen verabschiedet hat. Diese hätten die Chance einer Stadtreparatur geboten. Mit dem ebenfalls geplanten Parkhaus habe der Ortsbeirat die Hoffnung verbunden, Abhilfe für die Parkprobleme im Vorderen Westen schaffen zu können - durch eine Öffnung für Anwohner, Gastronomie- und Kneipenbesucher.

„Man muss trotzdem mit dem Land reden“, sagte Rudolph. Ziel sei, den vorhandenen Parkplatz an der Ecke Germaniastraße zu bestimmten Zeiten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Stadtvilla verfällt

Am traurigen Zustand der neoklassizistischen Stadtvilla in unmittelbarer Nähe an der Querallee wird sich bis auf Weiteres nichts ändern. Das vom Verfall bedrohte landeseigene Gebäude, das seit den 1950er-Jahren vom Hessischen Baumanagement (HBM) genutzt wird, soll verkauft werden. „Aus diesem Grund ist auch keine Sanierung geplant“, sagte die Sprecherin des Hessischen Immobilienmanagements. Da die denkmalgeschützte Villa erst dann veräußert werden könne, wenn man eine Alternative für das HBM gefunden habe, sei eine zeitliche Einschätzung schwierig. „Es wird aber nachdrücklich daran gearbeitet“, sagte Gunzenhauser.

Den hohen Sanierungsbedarf der Stadtvilla erklärte sie unter anderem damit, dass man schon länger geplant habe, das Gebäude zu räumen, und deswegen nicht mehr investiert habe. Schließlich gehe es um Steuergeld.

Von Ellen Schwaab

Rubriklistenbild: © Herzog

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