Polizei gibt Tipps, wie man sich schützen kann

Angebliche Mail vom Chef führte zur Überweisung fünfstelliger Summe an Betrüger

Kassel. Nach einer angeblichen Email von ihrem Chef hat eine Angestellte aus Kassel Betrügern eine fünfstellige Summe überwiesen. Als der Schwindel aufflog, war das Geld bereits weg.

Die Kasseler Polizei warnt Firmen wegen des aktuellen Falls vor der sogenannten "CEO-Fraud"-Betrugsmasche. Beim "CEO-Fraud" geben sich die Täter - nachdem sie allerlei Daten über ein Unternehmen gesammelt haben - beispielsweise als Geschäftsführer (CEO) des Unternehmens aus und fordern einen Mitarbeiter zum Transfer eines großen Geldbetrages ins Ausland auf. 

So geschehen ist dies laut Polizei Ende August bei einem Kasseler Autohaus. Eine Mitarbeiterin hatte eine angebliche Email von ihrem Chef bekommen und daraufhin eine fünfstellige Summe überwiesen. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass die Email nicht von dem Geschäftsführer, sondern von Betrügern stammte.

Die Ermittlungen zu dem Fall werden beim für Betrugsfälle zuständigen Kommissariat 23/24 der Kasseler Kripo geführt und dauern an.

Auftrag per Email ist gängige Masche beim "CEO-Fraud"-Betrug

Die Kontaktaufnahme erfolgt bei der "CEO-Fraud"-Betrugsmasche in der Regel per Email oder Telefon, wobei Email-Adressen verfälscht und Telefonnummern verschleiert werden, erklärt die Polizei. Die Mitarbeiterin war daher zunächst von der Richtigkeit des Absenders ausgegangen und hatte den nicht ungewöhnlichen Überweisungsauftrag ausgeführt. Erst wegen einer Fehlermeldung, die auf die Beantwortung der Email des vermeintlichen Chefs kam, flog der Betrug auf. Das Geld war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits ins Ausland transferiert.

Tipps der Polizei zum Schutz vor "CEO-Fraud"-Betrügern

Folgende Tipps gibt die Polizei Unternehmen:

- Achten Sie darauf, welche Informationen über Ihr Unternehmen öffentlich sind bzw. wo und was Sie und Ihre Mitarbeiter im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen publizieren.

- Führen Sie klare Abwesenheitsregelungen und interne Kontrollmechanismen ein.

- Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter hinsichtlich des beschriebenen Betrugsphänomens.

- Bei ungewöhnlichen Zahlungsanweisungen sollten - vor Veranlassung der Zahlung folgende Schritte durchgeführt werden:

1. Überprüfen der E-Mails auf Absenderadresse und korrekte Schreibweise.

2. Verifizieren der Zahlungsaufforderung über Rückruf bzw. schriftliche Rückfrage beim Auftraggeber.

3. Kontaktaufnahme mit der Geschäftsleitung bzw. dem Vorgesetzten.

- Wenden Sie sich bei Auffälligkeiten und Fragen an die örtliche Polizeidienststelle.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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