Mindestens 30 weitere Betroffene

Angebliches Erbe in Afrika: Senior zahlte 300.000 an Betrüger

+
Angeblicher Rechtsanwalt Buechner: Die Polizei fahndet mit diesem Phantombild nach dem Tatverdächtigen.

Kassel. Trickbetrüger aus Afrika kassieren mit falschen Erbschaftsversprechen im großen Stil Opfer in Nordhessen ab.

Bei einem 71-jährigen Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis haben die Täter mit ihrer Masche 300.000 Euro erbeutet. Nach Angaben der Polizei gibt es in Stadt und Landkreis Kassel mindestens 30 weitere Betroffene, die in Aussicht auf ein vermeintlich millionenschweres Erbe den Betrügern Geld überwiesen.

Der heute 71-Jährige aus der Schwalm hatte bereits 2009 einen Anruf bekommen, in dem ihm mitgeteilt wurde, er habe Anspruch auf ein Erbe in Höhe von 15 Mio. Euro. Es handele sich dabei um den Erlös aus dem Verkauf eines Großbetriebs in dem westafrikanischen Staat Benin. Er sei als entfernter Nachfahre der Eigentümer identifiziert worden und erbberechtig. Dreimal kam es zu Treffen mit einem angeblichen Rechtsanwalt. In der Folge verlangten die Täter von dem Senior mehrfach Zahlungen, die angeblich zur Freigabe und Überweisung des Erbes nötig seien.

Um die Forderungen begleichen zu können, lieh sich der Mann Geld bei Freunden, die er ebenfalls von der Geschichte überzeugte. Erst im Oktober 2014, als der Nordhesse immer noch keinen Cent aus dem angeblichen Millionen-Erbe erhalten hatte, schaltete er die Polizei ein. Die Ermittler fahnden jetzt mit einem Phantombild nach dem angeblichen Rechtsanwalt. Von der Veröffentlichung erhoffe man sich nicht nur Hinweise auf die Betrügerbande, sagte Polizeisprecher Torsten Werner. Ziel sei auch, weitere mögliche Opfer vor der Masche zu warnen.

Bei den Ermittlungen fand die Kasseler Kripo heraus, dass weitere 30 Kontoinhaber aus der Region Geld an die Adresse der Betrügerbande in Benin transferiert haben. Dabei wurden mehrere hunderttausend Euro überwiesen. Die Polizei geht davon aus, dass es noch deutlich mehr Opfer gibt. Bis auf den 71-Jährigen hat bisher noch niemand Anzeige erstattet - vermutlich aus Scham, auf den Trick hereingefallen zu sein.

Hinweise an die Polizei: Tel. 0561/9100

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.