Ermittlungen der Kripo ergaben, dass angezeigter Raub gar keiner gewesen ist

Angebliches Opfer war zu alkoholisiert

Kassel. Weil er erheblich alkoholisiert war, ist wohl ein 21-jähriger Mann aus Kassel fälschlicherweise davon ausgegangen, am 25. August gegen 4 Uhr früh Opfer eines Raubüberfalls geworden zu sein.

Umfangreiche Ermittlungen der Kripo hätten nun ergeben, dass kein Raub geschehen sei, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Das am Tatort angeblich geraubte Handy führte auf die Spur von zwei 22-jährigen Männern, die zunächst als Tatverdächtige des angezeigten Raubes galten. Wie die Vernehmungen und weitere Ermittlungen ergaben, waren die beiden Tatverdächtigen und der 21-Jährige gemeinsam auf dem Weg von einer Kasseler Bar an der Werner-Hilpert-Straße zum Lutherplatz bereits in Streit geraten. Die beiden 22-Jährigen hätten ihn da schon beleidigt und als „Schwuchtel“ bezeichnet, sagte der 21-Jährige nun bei der Polizei aus.

Dann habe er sich selber sein Hemd ausgezogen, um „Dominanz“ zu zeigen. Einer der beiden Männer sei dann auf ihn zu und habe „etwas“ in der Hand gehalten und damit gedroht. Diesen Gegenstand habe er für ein Messer gehalten, nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen war es vermutlich aber lediglich ein Schlüsselbund.

Übrig bleibt der Verdacht auf ein Körperverletzungsdelikt. Auch das Handy wurde nach den derzeitigen Erkenntnissen nicht geraubt, sondern später von den beiden 22-Jährigen in der Nähe des Tatortes gefunden und eingesteckt. Hier besteht der Verdacht des Diebstahls beziehungsweise einer Fundunterschlagung. Der 21-jährige Kasseler, der in der Tatnacht eigenen Angaben zufolge erheblich alkoholisiert war und dessen freiwilliger Atemalkoholtest einen Wert über 1,5 Promille ergab, hatte bei der Anzeigenerstattung gegenüber den Beamten des Kriminaldauerdienstes einen vernehmungsfähigen Eindruck gemacht. (use)

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