Angebote werden flexibler

Flexiblere Angebote: Neue Satzung für U3, Kitas und Horte in Arbeit

Den Wunsch nach flexibleren Betreuungszeiten für Kinder hegen viele Eltern – meist aus beruflichen Gründen. Unser Symbolbild zeigt eine typische Betreuungssituation in einer U3-Gruppe. Foto: dpa

Kassel. Die Stadt will die Betreuungszeiten für Kinder in städtischen Einrichtungen flexibler gestalten. „An einer entsprechenden Satzung wird gearbeitet“, sagt Anne Janz, Dezernentin für Jugend, Schule, Frauen und Gesundheit.

Damit reagiert die Stadt auf die jüngst veröffentlichten Ergebnisse der Elternumfrage des Elternbeirats und der Eltern-Initiative Zwergenaufstand (wir berichteten). „Die Flexibilisierung von Betreuungszeiten ist erklärtes Ziel der neuen Satzung“, sagt Janz. Sie werde zu Beginn des Jahres 2014 die alte Betreuungs- und Tarifordnung ablösen. Eine Flexibilisierung werde vor allem durch zubuchbare Stundenkontingente erreicht. Schwierig sei es dagegen, Betreuungszeiten von aktuell 8 bis 17 Uhr auf 7 bis 18 Uhr pauschal auszuweiten. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass solch ein Angebot zwar oft von Eltern eingefordert, jedoch dann nicht regelmäßig genutzt werde.

Betreuungsschlüssel bleibt

Daher sollen Eltern künftig Betreuungsstunden für ihre Kinder hinzubuchen können, wenn diese tatsächlich gebraucht werden – „auch jenseits der regulären Betreuungszeiten“, sagt Janz.

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Am Betreuungsschlüssel werde die Stadt allerdings nicht rütteln können. „Wegen der Rettungsschirmauflagen ist es nicht möglich, hier eine weitere Verbesserung herbeizuführen“, sagt Janz. So werde ab 2014 alles so bleiben, wie es ist. „In der U3-Betreuung kommen auf zwölf Kinder zwei Erzieher, in der Kita-Regelgruppe zwei Erzieher auf bis zu 25 Kinder“, sagt Janz. Dafür werde künftig das Traifsystem transparenter gestaltet. So rechne die Stadt ab 2014 nicht mehr über Tages-, sondern über Stundenpauschalen ab. Das mache das Tarifsystem einerseits gerechter. „Zum anderen lassen sich dann auch die zubuchbaren Stundenblöcke besser abrechnen“. Die Sozialklausel, nach der einkommensschwache Familien weniger Beiträge zahlen als einkommensstarke, bleibe in jedem Fall erhalten.

Verbesserungen werde es auch im Bereich der Ganztagsgrundschulen geben. „Von 26 Grundschulen in Kassel sind inzwischen zwölf Ganztagsgrundschulen, acht weitere haben Anträge gestellt“. Hierdurch werde die Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag weiter verbessert. „Das Land ist dann in der Pflicht, für mehr Lehrkräfte zu sorgen.“

Preise steigen moderat

Insgesamt würden die Kosten für die Betreuungsangebote ab 2014 im Schnitt moderat angehoben, sagt Janz. Wie hoch genau, sei noch nicht klar. Die Schutzschirmauflagen forderten Mehreinnahmen im Betreuungsbereich von 500 000 Euro netto pro Jahr. 2012 erwirtschaftete die Stadt rund 5,5 Millionen Euro mit rund 9000 städtischen und freien U3-, Kita- und Hortplätzen in Kassel. Aktuell kostet ein U3-Platz 185 Euro, ein Kita-Platz 149 Euro, ein Hortplatz 169 Euro.

Hintergrund: Neue Akzente in der Kinderbetreuung

Das Auslaufen der alten Betreuungs- und Tarifordnung Ende 2013 war Anlass für den Gesamtelternbeirat und der Stadt, den Betreuungsbedarf in Kassel auf den neuesten Stand zu bringen. Unter Beteiligung der Eltern-Initiative Zwergenaufstand wurde eine Elternbefragung durchgeführt, deren Ergebnisse aktuell von der Stadt geprüft werden. Ziel ist es, die Ergebnisse in die neue, ab 2014 geltende Satzung für die städtische Kinderbetreuung einfließen zu lassen. Wichtigster Elternwunsch sind dabei flexiblere Betreuungszeiten. Am 27. August wird sich der Jugendhilfeausschuss mit dem Thema beschäftigen, im September und Oktober gehen die Vorschläge durch die Gremien (Schul-, Rechts- und Finanzausschuss). Im November wird der Satzungsentwurf der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorgelegt.

Von Boris Naumann

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