Kasseler Amtsgericht erlässt Haftbefehl gegen mutmaßlichen Sexualstraftäter

Der Angeklagte erschien nicht

Kassel. „Da machen wir nicht länger rum. Dann ergeht jetzt ein Haftbefehl“, sagte Richter Leyhe zornig. Eine viertel Stunde reichte die Geduld des Vorsitzenden, bis er zu diesem Mittel griff. Weil der Angeklagte zum Prozessauftakt am Montag nicht vor dem Kasseler Amtsgericht erschienen ist, wird er jetzt polizeilich gesucht. Dem 52-jährigen Kasseler wird Körperverletzung und sexuelle Nötigung vorgeworfen.

Obwohl sein Verteidiger versuchte, den Richter statt des Haftbefehls zu einer Vorführung zu bewegen, blieb Leyhe eisern: „Es geht hier nicht um Schwarzfahren.“ Laut Staatsanwaltschaft soll der Gesuchte vor zwei Jahren eine Prostituierte mit in seine Wohnung genommen haben. „Vorkasse“ für die sexuelle Handlung habe er abgelehnt, dann die Wohnungstür abgeschlossen und die Frau auf sein Bett gezerrt. Trotz Gegenwehr der Geschädigten habe er der Frau zwischen die Beine gegriffen. Schließlich soll es ihr gelungen sein, sich von ihrem Peiniger zu befreien und aus der Wohnung zu fliehen.

Während die Beteiligten auf den Angeklagten warteten, berichtete die Geschädigte, dass der 52-Jährige sie im Vorfeld des Prozesses unter Druck gesetzt habe: „Er hat Leute geschickt, die mich aufgefordert haben, meine Aussage zurückzuziehen.“ Der Staatsanwalt schärfte der Frau ein, sich davon nicht beeindrucken zu lassen: „Wenn der Angeklagte Sie bedroht, melden Sie das bitte umgehend der Polizei.“ Einen neuen Termin für die Verhandlung gibt es noch nicht. (pas)

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