Großer Drogenprozess: Offenbacher will lediglich 40 Kilogramm Marihuana aus Albanien erwartet haben

Angeklagter bestreitet 600-Kilo-Deal

Kassel. Mit 560 Kilo Marihuana will der Mann aus Offenbach rein gar nichts zu tun haben. Der 48-Jährige ist im großen Drogenprozess vor dem Kasseler Landgericht angeklagt, 600 Kilogramm der Droge in Albanien bestellt zu haben, die die Polizei im November in Weinkisten verpackt auf einem Sattelzug sicherstellte. Er selbst will nur 40 kg erwartet haben. „Für mich war das eine einmalige Sache - um ein bisschen aus den Miesen rauszukommen“, erklärt er dem Gericht: „War ’ne blöde Idee.“

Jahrelang habe er Geschäfte in Albanien gemacht, berichtet er: „Da brauchen Sie Nerven wie Drahtseile und mindestens zwei Promille“, sagt der Mann. Er habe begonnen, zu trinken und Gras zu rauchen. Im Sommer 2012 habe er seine Firma in Albanien abgewickelt. Sein dortiger Dealer habe ihn dann in Kontakt zu einem Mann gebracht, der anbot, er könne im September 40 Kilo Marihuana in Hamburg abholen und weiterverkaufen. Er sei einverstanden gewesen. Neben dem Offenbacher sitzen fünf weitere Männer auf der Anklagebank. Darunter auch ein 49-Jähriger aus Lohfelden, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, Verhandlungen über den 600-Kilo-Deal geführt zu haben. Der Lohfeldener selbst wollte gestern dazu schweigen.

Der Offenbacher erklärte, er habe den 49-jährigen Geschäftsfreund ohne dessen Wissen als eine Art Dolmetscher in seinen 40-Kilo-Deal gezogen. Der Lieferant habe diesem durchgeben sollen, wann die Ware in Hamburg sei. In den folgenden Monaten will der Offenbacher 10 000 Euro Anzahlung an einen ihm unbekannten Albaner übergeben haben, der an einem Treffpunkt an seine Autoscheibe klopfte. So ahnungslos vom Dealen will er gewesen sein, dass er seinen Versicherungsmakler und einen Freund aus Bad Soden-Salmünster als Hilfsdealer anheuerte. Letzterer sitzt jetzt ebenfalls neben ihm auf der Anklagebank. (kaj)

Der Prozess wird fortgesetzt.

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