Angeklagter erscheint nicht

Sexuelle Nötigung: Landgericht Kassel verwirft Berufung

Kassel / Wabern. Die 9. Strafkammer des Landgerichts Kassel hat die Berufung eines 37 Jahre alten Mannes aus Kassel gegen ein Urteil des Amtsgerichts Fritzlar auf Kosten des Angeklagten verworfen.

Der Angeklagte war aus bisher nicht geklärten Gründen nicht zu der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht erschienen.

Am 6. Februar vorigen Jahres war der Mann vom Amtsgericht Fritzlar wegen sexueller Nötigung im minderschweren Fall in Tateinheit mit Nötigung, in weiterer Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Die Vollstreckung war zur Bewährung ausgesetzt worden.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte hatten gegen dieses Urteil Berufung eingelegt – deshalb wurde jetzt vor dem Landgericht neu verhandelt. Allerdings ohne den Verurteilten. Warum er nicht erschien, wusste niemand der Anwesenden. Der Vorsitzende Richter sagte, laut Post-Zustellungsurkunde sei dem Mann die Vorladung im November vorigen Jahres ordnungsgemäß zugegangen. Der Anwalt des Mannes erklärte, seines Wissens sitze der Mann auch nicht in Haft – eventuell wegen eines anderen Falles.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft war der Mann am 16. Juni 2012 mit dem Regionalexpress von Frankfurt in Richtung Kassel gefahren. Während der Fahrt soll er eine 35 Jahre alte Frau massiv belästigt haben. Diese Frau hatte ihm laut Anklagebehörde erlaubt, auf ihr Hessenticket mitzufahren.

Während der Fahrt soll er ihr befohlen haben, neben ihm sitzen zu bleiben. Er soll die Frau dann unter ihrem Kleid am Oberschenkel gestreichelt sowie an der Brust berührt haben, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Des Weiteren soll er die Frau, die eigentlich weiterfahren wollte, genötigt haben, bereits in Wabern mit auszusteigen. Dabei soll er die Frau so stark an den Oberarmen festgehalten haben, dass dort Rötungen entstanden.

Die Staatsanwaltschaft hatte während der Verhandlung vor dem Amtsgericht Fritzlar eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung gefordert. Die Berufung der Anklagebehörde gegen dieses Urteil bleibt bis auf Weiteres bestehen, erklärte die Staatsanwältin auf HNA-Anfrage nach der Verhandlung vor dem Landgericht Kassel.

Ob es nunmehr zu einer weiteren Verhandlung kommt und ob man den Angeklagten erreicht – darauf gab es keine Antwort.

Von Manfred Schaake

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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