Angeklagter Sexualtäter arbeitet als Hausmeister an einer Schule

Hausmeister wegen Missbrauchs auf der Anklagebank: Der 48-Jährige arbeitet an der Lichtenbergschule in Oberzwehren. Archivfoto:  Socher

Kassel. Ein 48-jähriger Mann aus Baunatal, der in dieser Woche vor dem Amtsgericht Fritzlar wegen sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung seiner neunjährigen Stieftochter verurteilt worden ist, arbeitet als Hilfshausmeister an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Oberzwehren.

Der in erster Instanz verurteilte Sexualstraftäter - das Urteil ist noch nicht rechtskräftig - arbeitet seit Juni 2010 an der Schule. Seinem Arbeitgeber, dem Landkreis Kassel, war bislang nicht bekannt, dass dem Mann vorgeworfen wird, seine Stieftochter von 1997 bis 2002 mehrfach sexuell missbraucht zu haben.

Erst durch die Recherche der HNA habe man davon erfahren, sagt Landkreis-Sprecher Harald Kühlborn. „Wir werden uns umgehend um die Sache kümmern.“ Der Mann sei über die Arbeitsförderungsgesellschaft (Agil) beim Kreis beschäftigt. Im Rahmen einer Arbeitsförderungsmaßnahme arbeite er seit Juni 2010 als Hilfshausmeister an der Schule. In seinem polizeilichen Führungszeugnis, das er damals vorlegen musste, sei kein Eintrag gewesen. Man habe keine Ahnung davon gehabt, dass der Mann sich wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten muss.

„Es ist entsetzlich, dass jemand im schulischen Bereich arbeitet, der verdächtigt wird, ein Kind missbraucht zu haben“, sagt Helmut Dörr, Leiter der Lichtenbergschule. Er sei sehr enttäuscht, dass die Staatsanwaltschaft oder das Gericht die Schule darüber nicht informiert hätten.

Die Staatsanwaltschaft weist die Kritik zurück. Es sei nicht bekannt gewesen, dass der Mann in einer Schule arbeitet, sagt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Vor Gericht habe er als Beruf nur Hausmeister angegeben.

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