Fische sind vom Aussterben bedroht – Gemeinsame Aktion der Vereine soll minimalen Bestand retten

Angelvereine setzen Jungaale in Fulda

Günter Dannowski

Kassel. Der Aal ist vom Aussterben bedroht. Weil die Staustufen weiterhin das Zuwandern der geschlüpften Aallarven von der Nordsee in die Fulda verhindern, ist die Prognose düster. Der Vorsitzende des Kasseler Sportanglervereins Chassalla, Günter Dannowski, sagt unmissverständlich: „Der Aal ist in der Fulda in einigen Jahren ausgestorben.“

Damit ein minimaler Aalbestand in der Fulda erhalten bleibt, setzen seit einigen Jahren der Angelverein Hassia, der Kurhessische Anglerverein und der SAV Chassalla immer wieder Glasaale in die Fulda ein. Kürzlich haben die drei Vereine sieben Kilogramm Glasaal in die Fulda eingesetzt. Das sind etwa 21 000 Aale, von denen geschätzt 15 Prozent überleben werden und sich in der Fulda auf einer Länge von etwa 20 Kilometern verteilen. Die Glasaale werden beim Erreichen der Europäischen Flussmündungen aufwendig gefangen und dann über die Aalversandstelle des Verbandes Deutscher Sport-Fischer an die Angelvereine verkauft.

Dannowski: „Diese Besatzmaßnahme verursacht auch enorme Kosten für die Vereine, wenn man bedenkt, dass ein Kilogramm Glasaal in diesem Jahr 539 Euro kostet.“

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) soll das Verschwinden des Aals verhindern. Die Richtlinie schreibt vor, dass alle Fließgewässer in Europa bis zum Jahr 2015 für alle im Wasser lebenden Tiere von der Quelle bis zur Mündung durchgängig sein müssen. Dannowski: „Das vorgegebene Ziel ist absolut nicht erreichbar. Die Politiker haben das Endziel bereits mehrfach verschoben. Im Moment steht das Jahr 2027. Bis dahin ist der Aal in unserer Fulda ausgestorben.“ (awe) Archivfoto: nh

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