Sicherungsverfahren vor der Landgericht

Angriff mit Kugelschreiber: Kommt Täter in psychiatrisches Krankenhaus?

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Kassel. Muss ein Mann aus Kassel, der im August 2016 einen Anwalt, eine Ärztin und einen Polizeibeamten angegriffen und verletzt hat, in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden?

Mit dieser Frage beschäftigt sich seit Montag die Sechste Strafkammer des Kasseler Landgerichts in einem Sicherungsverfahren. Der 32-Jährige hatte mit einem Kugelschreiber auf den Anwalt und die Ärztin eingestochen und den Polizisten bei seiner Flucht aus dem Ludwig-Noll-Krankenhaus angegriffen und verletzt.

Der Beschuldigte machte dem Gericht allerdings gleich am ersten Verhandlungstag deutlich, dass es ihm egal ist, zu welchem Ergebnis die Kammer kommen werde. „Ich habe mich Allah komplett ergeben“, sagte der 32-Jährige, der in Kassel geboren wurde und dessen Familie aus Marokko stammt. „Alles, was im Koran steht, ist die Wahrheit.“ Die Gesetze des Strafgesetzbuchs seien hingegen nicht von Gott gegeben. Und von daher für ihn nichtig. „Wenn Menschen sagen, ich bin verrückt und ich bin krank, dann nehme ich das in Kauf.“

Dass ihr ältester Sohn „krank und kaputt“ gewesen ist, als es im vergangenen Sommer zu den Vorfällen kam, davon ist seine Mutter (51) überzeugt. Unter Tränen sagte die Frau aus, dass ihr Sohn sich verändert habe, nachdem er bei einem Arbeitsunfall aus fünf Meter Höhe von einer Leiter gefallen sei.

Ob Drogen bei seiner Wesensänderung eine Rolle gespielt hätten, darüber könne sie keine Auskunft geben. Schließlich habe ihr Sohn allein gelebt. Im August 2016 sei er mit einer Taube auf seiner Schulter bei ihr aufgetaucht und habe behauptet, dass ihn Russlands Präsident Putin suche, so die Mutter. Zudem habe er gesagt, er sei ein Prophet und den bevorstehenden Weltuntergang vorausgesagt. Der junge Mann war noch am selben Tag in das Lugwig-Noll-Krankenhaus eingeliefert worden, wo er dann mehrere Personen angriff und flüchtete.

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