Angst vor Ganoven: Sparkasse und Kasseler Bank stellen Online-Banking um

Kassel. Regionale Banken wie die Kasseler Sparkasse befürchten verstärkte Angriffe von Kriminellen, die versuchen an Kundendaten für Online-Banking zu gelangen. Hintergrund ist, dass die so genannten Listen mit Transaktionsnummern (TAN) in den kommenden Monaten abgeschafft werden.

Auch die Kasseler Bank will die herkömmlichen TAN-Listen ersetzen.

Spätestens zum Ende des Jahres werden bei der Sparkasse dann Überweisungen über das sogenannte Chip-TAN-Verfahren abgewickelt, das bereits jetzt 31.000 der insgesamt 105.000 Online-Banking-Kunden in Anspruch nehmen. Dazu müssen sie allerdings ein Gerät kaufen, das 12,90 Euro kostet und Transaktionsnummern für jede einzelne Überweisung erzeugt.

Andere Institute wie die Kasseler Bank setzen als Alternative auf SMS-Verfahren. Dabei werden Transaktionsnummern per Kurzmitteilung aufs Handy geschickt. Verglichen mit herkömmlichen TAN-Listen gelten beide Verfahren als sehr viel sicherer.

Es sei zu befürchten, dass Kriminelle die Umstellung für sich nutzen, heißt es bei der Sparkasse. Die Methode, mit der sie vorgehen, ist nicht neu und nennt sich Phishing (Kombination aus Passwort und dem englischen Wort für Fischen). Wegen der Umstellung könne das gehäuft vorkommen.

Laut Branchenverband Bitkom gab es im vorigen Jahr bundesweit eta 5000 Phishing-Opfer. Dabei werden meist übers Ausland massenweise E-Mails versendet, die vorgeblich von einer Bank stammen. Darin werden Kunden aufgefordert, Bankverbindung, Geheimnummer sowie die Nummern ihrer TAN-Liste auf einer angeblichen Internetseite der Bank einzugeben. In den E-Mails beziehen sich Kriminelle darauf, dass die TAN-Listen künftig nicht mehr gelten, teilte die Kasseler Sparkasse mit. Solche vermehrten Angriffe seien von anderen Instituten bekannt, die ihre Online-Banking-Verfahren umgestellt haben.

Von Claas Michaelis

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