Angst vor kurzem Prozess

Verhandlung um Marihuana-Handel wegen Befangenheitsantrag vertagt

Kassel. Mit einem Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter ist am Dienstag am Landgericht Kassel ein Prozess um Marihuana-Geschäfte gestartet, bei denen Korbach einer der Tatorte sein soll.

Auf der Anklagebank sitzen ein 23-Jähriger mit früherem Wohnsitz in Korbach, sowie eine 22-jährige Frau aus dem Waldecker Land und ein 27 Jahre alter Mann aus Kassel.

Zum Verlesen der Anklage kam es gestern jedoch noch nicht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird den beiden Männern vorgeworfen, dass sie zwischen Sommer 2009 und Sommer 2011 in 63 Fällen jeweils ein bis zwei Kilogramm Marihuana aus den Niederlanden beschafft haben sollen. In Deutschland sollen die Drogen gewinnbringend weiterverkauft worden sein.

Für den Transport der Marihuana-Mengen sollen die beiden Männer laut Staatsanwaltschaft verschiedene Kuriere eingesetzt haben. Eine Korbacher Gartenhütte und eine Wohnung in Brilon sollen als Drogenbunker gedient haben. Die junge Frau solle Hilfe zu den Taten geleistet haben, in dem sie Transportfahrzeuge anmietete oder Transporte in einem anderen Fahrzeug begleitete.

Den Befangenheitsantrag stellte Rechtsanwalt Knuth Pfeiffer, der den Kasseler verteidigt. Er hielt dem Vorsitzenden Richter unter anderem vor, das Programm für die Beweisaufnahme sei „mit der heißen Nadel gestrickt“.

So seien für den zweiten Verhandlungstag nicht nur die vier Hauptbelastungszeugen, sondern noch drei weitere Zeugen geladen. Bei der Polizei habe aber schon allein die Vernehmung der vier sogenannten Drogenkuriere rund 20 Stunden in Anspruch genommen. Sein Mandant habe Sorge, dass die einzelnen Sachverhalte nicht ausreichende aufgeklärt werden könnten und er Opfer eines „kurzen Prozesses“ werden könnte.

Eine Entscheidung über den Antrag soll nun am 5. Februar bekannt gegeben werden.

Von Katja Schmidt

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