Am 20. Mai ist Schluss - Angst vor langem Leerstand

Umzug des Rewe-Marktes vom Bebelplatz in die Beckett-Anlage sorgt für Wirbel

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Nur noch wenige Wochen geöffnet: Der Rewe-Markt am Bebelplatz schließt. Am 26. Mai wird einige hundert Meter entfernt ein neuer Rewe-Markt in dem Neubau an der Friedrich-Ebert-Straße / Ecke Gabelsbergerstraße eröffnet.

Vorderer Westen. Die Tage des Rewe-Marktes am Bebelplatz sind gezählt. Am 20. Mai ist Schluss. Jörn Berszinski tauscht die 440 Quadratmeter großen Geschäftsräume am Bebelplatz /Ecke Kirchweg gegen einen dreimal so großen Lebensmittelmarkt in der Samuel-Beckett-Anlage ein.

Der Umzug in den Neubau an der Gabelsbergerstraße sorgt im Stadtteil für Wirbel. Die Interessengemeinschaft Bebelplatz und der Ortsbeirat hatten gehofft, dass er bleibt und beide Läden parallel betrieben würden. Der Bedarf sei da, sagt Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph. Der Vordere Westen sei angesichts der hohen Bevölkerungsdichte - im Stadtteil leben 16 000 Menschen - sogar unterversorgt. Rewe habe seinerzeit zwar auf hohe Investitionskosten für den alten Standort hingewiesen, sich aber aufgeschlossen gezeigt. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagt Rudolph. Und verärgert, weil er von Rewe nicht informiert worden sei.

Buchhändler Jörg Robbert, Chef der Buchhandlung am Bebelplatz und in der Interessengemeinschaft aktiv, ist mehr als das. „Ich bin stinksauer - nach all den Gesprächen“, sagt er. Die Schließung des Rewe-Marktes bedeute eine nachhaltige Schwächung für den Bebelplatz, wenn nicht bald ein hochwertiger Ersatz komme. Ortsbeirat und Interessengemeinschaft befürchten den Einzug eines Billigladens als Untermieter oder einen langen Leerstand. Rewe wollte sich dazu nicht äußern, die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen. Ortsvorsteher Rudolph will prüfen, ob die für die Friedrich-Ebert-Straße eingesetzten Managerinnen vermitteln können.

Der Mietvertrag für die Ladenfläche am Bebelplatz läuft noch bis Ende 2012. Die Kündigungsfrist beträgt nach Auskunft von Matthias Krieger von Krieger und Schramm ein Jahr. Dem Lohfeldener Unternehmen gehört das Gebäude. Noch habe man keine Kündigung erhalten, sagt Krieger auf Anfrage. Er zeigt sich überrascht, versichert aber, man wolle die Ladenfläche wieder an einen Lebensmittelmarktbetreiber vermieten. Infrage kämen zum Beispiel Bio-Supermärkte. „Es wird dort nur etwas Hochwertiges funktionieren“, sagt der Unternehmer und verweist auf die hohe Kaufkraft am Bebelplatz.

Von Ellen Schwaab

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