Jetzt wird auch in der Jordanstraße gebaut – Gastronomen befürchten Einbußen

Angst um die Parkplätze

Parkplätze vor der Tür: In den nächsten Wochen wird es wegen einer Baustelle eng in der Jordanstraße. Markus Knierim vom Theaterstübchen ist besorgt, dass seine Gäste in den nächsten Wochen schwieriger einen Parkplatz finden. Foto: Heise-Thonicke

MITTE. Aufregung in der Jordanstraße: Ab dieser Woche wird in der Parallelstraße zur Friedrich-Ebert-Straße eine große Baustelle eingerichtet. Die etwa 100 Jahre alten Abwasserleitungen sollen erneuert werden. Bereits am vergangenen Freitag wurden deshalb in der gesamten Straße Parkverbotsschilder aufgestellt. Damit fallen für eine Zeit von voraussichtlich sechs bis acht Wochen nicht nur Anwohnerparkplätze weg. Theaterstübchen-Betreiber Markus Knierim und Osteria-Chefin Gisela Levorato befürchten empfindliche Umsatzeinbußen. Denn auch in den angrenzenden Straßen wird derzeit gebuddelt und gebaut. Der gesamte Stadtteil ist extrem belastet.

Bauleiter Jochen Feldle von Kasselwasser gab Anfang der Woche teilweise Entwarnung. Durch ein Versehen seien in der gesamten Straße Parkverbotsschilder aufgestellt worden. Man werde sich mit der Baustelle jedoch von der Karthäuserstraße in Richtung Weißenburgstraße nach und nach vorarbeiten. Somit würde für die Zeit der Bauarbeiten nur etwa die Hälfte der Parkplätze in der Jordanstraße wegfallen. Die Durchfahrt durch die Jordanstraße werde weiterhin möglich sein.

Die Bauarbeiten könnten nicht mehr aufgeschoben werden, sagt Feldle. Sie stehen in engem Zusammenhang mit dem Umbau der Friedrich-Ebert-Straße. Feldle: „Wir müssen bauen und wir müssen fertig werden.“

Für die Gastronomen beginnen die Bauarbeiten jedoch zu einem ungünstigen Zeitpunkt. „Jetzt, vor Weihnachten, ist für uns die wichtigste Zeit“, sagt Knierim. Mit den Einnahmen des Wintergeschäfts bilde er normalerweise die Rücklagen für die anderen Monate. Er plane fast jeden Abend Veranstaltungen – häufig mit Live-Bands, die er ja auch bezahlen muss.

Die Stadt habe sich beim Umbau der Friedrich-Ebert-Straße bisher bemüht, die Situation zu entschärfen und Lösungen zu finden, sagt Knierim. Darauf hofft weiterhin auch Osteria-Chefin Gisela Levorato. Die Situation sei zurzeit jedoch unerträglich.

„Jetzt geht es an die Schmerzgrenze“, sagt auch Ortsvorsteher Christian Schnittker (parteilos). Die Stadtteilbewohner seien geduldig und nähmen vieles hin, doch sei die Belastung durch die vielen Baustellen, Straßensperrungen und wegfallende Parkplätze im Quartier groß. Besonders betroffen seien auch Geschäfte in der Friedrich-Ebert-Straße.

Außerdem gibt es Unmut, weil einige Anwohner die vor zwei Wochen verteilten Informationszettel über das Bauvorhaben offenbar nicht erhalten haben, wie auch Anwohner Stefan Diekmann kritisiert. Knierim wurde erst aufgeschreckt, als die Parkverbotsschilder aufgestellt wurden. Die Gastronomen hoffen, dass ihre Gäste dennoch den Weg zu ihnen finden werden. Zwei Straßenbahnhaltestellen gibt es ganz in der Nähe.

Von Martina Heise-Thonicke

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