Ausstellung im Naturkundemuseum

Angst vor Spinnen: Zwei HNA-Mitarbeiterinnen stellten sich ihrer Furcht

Kassel. Der eine sieht ein „Spinnchen“, der andere ein achtbeiniges Ungeheuer. Aber woher kommt die Spinnenangst? Wir machten mit zwei betroffenen HNA-Mitarbeiterinnen den Versuch. Mit psychologischer Begleitung besuchten wir die Spinnenausstellung im Naturkundemuseum.

In der Nacht vor dem Besuch der Spinnenausstellung hat Constanze Wüstefeld einen Traum. Die HNA-Politikredakteurin träumt, dass der Termin ausfällt. Ihre Erleichterung hat mit dem Erwachen ein abruptes Ende. Gemeinsam mit Redaktionssekretärin Michaela Widenka stellt sie sich einem Experiment. Die beiden wollen mit Hilfe der Kasseler Psychologin Doerthe Klingelhöfer versuchen, ihre Ängste zu überwinden.

Bei einem Vorgespräch mit der Psychologin wird klar, dass dies schwer wird. Constanze Wüstefeld kann sich nicht einmal die Plakate zur Ausstellung „Faszination Spinnen“ ansehen und muss regelmäßig Freunde anrufen, damit diese für sie Spinnen in ihrer Wohnung töten. „Für mich ist jede Spinne groß“, sagt Wüstefeld. Michaela Widenka traut sich zwar mit dem Staubsauger Spinnen auf den Leib zu rücken. Aber aus Angst, dass Tier könnte überleben und aus dem Beutel empor steigen, saugt sie eine Ladung Blumenerde hinterher. „Das ist für die Spinne wie ein Kometenhagel“, vermutet sie und schiebt hinterher: „Mir tut es leid, dass ich sie töte, die hatte sicher einen anderen Plan.“

Die HNA-Kolleginnen schildern der Psychologin, dass sie einen „hinterhältigen Blick“ bei den „schwarzen dicken Dingern mit den schwarzen dicken Beinen“ beobachten. Deshalb vermeiden beide Urlaubsländer, in denen große Spinnen zu erwarten sind. Klingelhöfer kann beide überzeugen, sich schrittweise ihrem Angstlimit zu nähern und so finden sie sich ein paar Tage später mit der Psychologin vor dem Naturkundemuseum wieder.

Die HNA-Mitarbeiterinnen sollten sich für diesen Tag ein Ziel setzen. Wüstefeld will es schaffen, sich die Tiere in den Terrarien anzuschauen. Widenka verlangt mehr von sich. Sie will versuchen, eines der Tiere zu berühren.

„Ah, diese Beine“, ruft Wüstefeld als sie eine Hauswinkelspinne in einem Terrarium entdeckt. Das fingernagelgroße Tier hockt regungslos in seinem Netz. Die HNA-Redakteurin hält trotz Glasscheibe zwei Meter Abstand und wendet immer wieder ihren Blick ab. Da nützen auch die Worte von Museumsleiter Dr. Kai Füldner nichts: „Keine Spinne würde einen Menschen angreifen.“ Wenig beruhigend wirkt auch dessen Erläuterung, dass Spinnen nicht größer als eine ausgewachsene Hand werden können.

Radio HNA: Moderator und die Spinnen

Fotos von der Mutprobe

Angst vor Spinnen: HNA-Mitarbeiterinnen stellen sich ihrer Furcht

An einen Schaukasten mit ausgestellten Vogelspinnenhäuten traut sich Wüstefeld heran. „Tote Körper kann sie sich anschauen, da hat sie Kontrolle“, erläutert Klingelhöfer. Und es wird sogar gelacht: Das Video vom Balztanz einer bunt schimmernden Pfauenspinne lässt die Frauen vergessen, dass auch dieses Tier letztlich eine Spinne ist.

Der Adrenalinpegel steigt, als Füldner eine Vogelspinne auf seine Hand nimmt. Widenka schreckt zurück, dann aber erwacht ihre Neugier. Das Tier sitzt ganz ruhig da. Die Redaktionssekretärin tippt mit ihren Fingern gegen die Beine der Spinne. Ganz weich, findet sie. Nach ein paar Minuten setzt Füldner das Tier auf ihre Hand. So schwer wie ein Hamster, stellt sie fest. In dem Moment fällt die Angst von ihr ab: „Wenn ich es mit der Größe kann, dann kann ich es mit jeder anderen.“ Zum Schluss gibt’s noch ein Beweisfoto für ihren Mann.

Von Bastian Ludwig

Rubriklistenbild: © HNA/Zgoll

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.