Anhänger der Falun-Gong-Bewegung klärten bei Aktionstag auf

In sich gekehrt: Silvia Krasniqi-Sander (von links), Dr. Manfred von Lühmann und Kornelia Fischer meditierten auf dem Königsplatz und informierten über Falun Dafa. Foto: Michaelis

Kassel. Mit quietschenden Rädern rollen Straßenbahnen vorbei. Unbeeindruckt vom lärmenden Treiben stehen zwei Frauen und ein Mann mit geschlossenen Augen auf dem Königsplatz. Vor ihnen liegt ein kleiner Lautsprecher, aus dem Gesang in chinesischer Sprache krächzt. Sie verschränken die Hände vor dem Bauch.

Wie zu einem Gebet erheben die Frauen und der Mann die Hände und legen sie vor der Brust gegeneinander. Kornelia Fischer, Silvia Krasniqi-Sander und Dr. Manfred von Lühmann präsentierten am Samstag auf dem Königsplatz Übungen von Falun Dafa, auch Falun Gong genannt. Dahinter verbirgt sich eine Meditationsbewegung, die ihre Ursprünge im Buddhismus hat.

Praktizierende versuchen nach den drei Prinzipien Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht zu leben, sagt Kornelia Fischer, Koordinatorin der Kasseler Falun-Dafa-Gruppe. „Wenn man die Übungen gut macht, fühlt man sich leicht.“ Währenddessen versucht man vom Alltag loszulassen und an nichts zu denken. „Man muss innerlich viel an sich arbeiten“, sagt Fischer. Falun Dafa sei ein „Veredelungsprozess von Körper und Geist“. Wer die Prinzipien einhält, so der Glaube, erhält körperliche Gesundheit und spirituelle Weisheit.

Doch Fischer und ihre Mitstreiter wollen auch auf das Schicksal von Falun-Dafa-Anhängern in China aufmerksam machen. Ende der Neunzigerjahre sei die Bewegung dort so beliebt und groß geworden, dass sie den Machthabern ein Dorn im Auge wurde, sagt Fischer. Zu Tausenden würden Falun-Dafa-Anhänger seitdem systematisch unterdrückt und inhaftiert. Viele verloren ihre Arbeitsplätze, Familien wurden auseinandergerissen. Das schlimmste Verbrechen sei aber systematischer Organraub. Teilweise ohne Narkose würden Inhaftierten, zu 80 Prozent Falun-Dafa-Anhänger, Organe entnommen.

In Deutschland habe die Meditationsbewegung etwa 1000 Anhänger. Die Gruppe in Kassel sei mit vier Mitgliedern sehr klein, wolle aber bekannter werden, sagt Fischer. Zwar seien die Mantren mit Anweisungen zu den Übungen auf Chinesisch. Aber Interessierte, die sich anschließen möchten, müssten nicht zwingend Chinesisch sprechen können.

Immer sonntags ab 14 Uhr trifft sich die Gruppe zu gemeinsamen Übungen in der Goetheanlage im Vorderen Westen. (clm) Kontakt: Kornelia Fischer, Tel. 05 61 / 49 17 41 37, E-Mail: kornelia.fischer.mail@googlemail.com

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