Prozess vor Amtsgericht platzt nach vier Monaten

27 Anklagen gegen Busengrapscher

Kassel. Es ist ein mühsamer Prozess mit einem schwierigen Angeklagten: Seit vier Monaten verhandelt das Kasseler Amtsgericht gegen einen verhaltensauffälligen 50-Jährigen, dem in 27 Anklagen nicht weniger als 50 Tatvorwürfe gemacht werden – von Ladendiebstählen bis zum Begrapschen wildfremder Frauen.

Eigentlich sollte das zähe Verfahren nächste Woche abgeschlossen werden. Doch kurz vor dem Urteilsspruch platzte der Prozess: Weil ein Schöffe langfristig erkrankt ist, musste er abgebrochen werden. Im neuen Jahr geht alles wieder von vorn los. Und die Neuauflage dürfte nicht weniger Geduld erfordern als der erste Durchgang.

Denn der mehrfach vorbestrafte Angeklagte ist sich offenbar keiner Schuld bewusst. Frech hat er im Gerichtsgebäude das Portemonnaie einer Justizwachtmeisterin gestohlen. Er soll serienweise Ladendiebstähle begangen und Spendendosen aus Banken oder Geschäften gestohlen haben.

Mit Ladendetektiven spielte er Katz und Maus, um Hausverbote scherte er sich nicht. Und nicht zuletzt soll er Verkäuferinnen oder Passantinnen immer wieder damit überrumpelt haben, dass er sie unvermittelt umarmte oder ihnen an die Brust fasste. „Der liebe Gott hat doch Frau und Mann nun mal geschaffen“, verkündete er strahlend beim Prozessauftakt im August.

Psychiatrisches Gutachten

Wie der 50-Jährige wirklich die Welt sieht, wird nun erst am Ende des neuen Verfahrens zu erfahren sein, wenn der psychiatrische Sachverständige sein Gutachten erstattet.

Wann das sein wird, weiß im Moment niemand. Fest steht nur: Am 11. Januar beginnt die zweite Runde. (jft)

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