Straßenbeleuchtung in Kassel wird grundlegend erneuert

Anlieger sollen für neue Laternen zahlen

Kassel. Für 28 Millionen Euro soll in den nächsten 20 Jahren die Straßenbeleuchtung in Kassel auf technisch modernen Stand gebracht werden. Die gewaltige Investition werden die Stadtwerke nicht allein stemmen.

Annähernd die Hälfte müssen Hauseigentümer berappen. Denn die Erneuerung der Straßenbeleuchtung soll von Anliegern mitfinanziert werden.

In der Stadt gibt es 20.000 Straßenlaternen. Die meisten davon stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren und sind erneuerungsbedürftig. Zudem stecken in den Laternen noch etwa 11.000 Quecksilberdampfleuchten. Diese Stromfresser werden bis 2015 ähnlich wie zuvor die Glühbirnen vom Markt verschwinden. Dann gibt es diese Lampen nicht mehr zu kaufen. Bis 2015 müssen also auf jeden Fall diese 11.000 Leuchten umgerüstet werden. Viele Laternen werden vermutlich komplett erneuert und auf die stromsparende und wartungsarme LED-Technik umgestellt. Eine solche moderne Laterne kostet annähernd 4000 Euro.

Kommentar zum Thema

Neue Straßenlaternen: Stadt spart, Bürger zahlt

Es ist damit zu rechnen, dass die Stadtwerke bei der Laternen-Modernisierung Tempo machen. Denn ein neuer Servicevertrag für die Straßenbeleuchtung, den die Stadt mit der Städtische Werke Netz und Service GmbH schließen will, sieht konstante Zahlungen von rund fünf Millionen Euro jährlich für Erneuerung, Instandhaltung und Strom über die 20-jährige Laufzeit des Vertrags vor. Je flotter die Stadtwerke auf die Energie-spartechnik umsteigen, desto mehr Geld bleibt wegen des gesparten Stroms in der Kasse.

„Die Anlieger müssen die Investitionen mittragen“, sagt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne), wie dies auch für Anliegerbeiträge zur Erneuerung von Straßen und Gehwegen gelte.

Die ersten Hauseigentümer wurden für neue Lampen schon zur Kasse gebeten. Beispiel aus Waldau: Grundstücksgröße 1500 Quadratmeter, zu zahlen: 2550 Euro.

Alte Dampflampen haben ausgedient

Straßenlaternen bekommen künftig stromsparende und umweltfreundliche LED-Leuchten

Kassel. Wenn in Kassel in den nächsten Jahren neue Straßenlaternen aufgestellt werden, haben die alten Quecksilberdampfleuchten ausgedient. Licht emittierende Dioden (LED) werden künftig für Helligkeit sorgen. Mit der modernen und energiesparenden LED-Technik "können wir die Gehwege und Straßen in Kassel künftig wesentlich besser als bislang ausleuchten", erklärt Stadtbaurat und Umweltdezernent Christof Nolda (Grüne). Die LED-Lampen hätten weniger Streulicht "und beleuchten Wege und Straßen genau dort, wo das Licht benötigt wird". Zudem würden die LED-Lampen bis zu 60 Prozent weniger Strom verbrauchen.

Künftig soll für alle Straßen genau festgelegt werden, wie diese auszuleuchten sind. "Ziel ist es, die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung und die Beleuchtungsstärke zu verbessern", sagt Nolda: "Gerade bei der Beleuchtung der Gehwege trägt dies auch dazu bei, dass sich Fußgänger dort sicherer fühlen."

Die alten Laternen verfügen nicht über eine Reflektortechnik, das Licht fällt nicht nur auf Gehweg und Straße, sondern auch in Vorgärten, an Hauswände und strahlt in den Nachthimmel. Das Licht moderner LED-Lampen kann per Reflektor gezielt auf die Bereiche gerichtet werden, die ausgeleuchtet werden sollen. Der Nachthimmel wird wieder dunkler, was besser für Tiere, Insekten und Astronomen ist. Das andere Lichtspektrum der LED-Lampen zieht zudem weniger Insekten an.

Bewegungsmelder, wie sie bereits testweise an den neuen Straßenlaternen am Atzelbergweg im Stadtteil Wolfsanger / Hasenhecke installiert wurden und die das Licht erst einschalten, wenn sich Personen oder Autos nähern, werden vorerst nicht weiter installiert. Es hat sich herausgestellt, dass diese Technik viel teurer ist als die erzielbare Stromeinsparung. (ach)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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