Stadt Kassel plant für nächstes Frühjahr die zentrale Verwaltung von Kinderbetreuung

Anmeldung für Kita-Plätze bald online

Anne Janz

Kassel. Ab nächstem Frühjahr werden in Kassel die Anmeldungen für Kita-, Hort- und Betreuungsplätze zentral erfasst und online verwaltet. Darüber informierte Stadträtin Anne Janz (Grüne) während der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Schule, Jugend und Bildung.

Auf diese Weise sollen vom kommenden Kindergartenjahr an eventuell lange Wartezeiten vermieden werden. Außerdem vereinfache die Online-Erfassung die Anmeldung und bringe mehr Planungssicherheit für alle Beteiligten. Hintergrund ist das gängige Vorgehen von Eltern, die - um auf Nummer sicher zu gehen - ihre Kinder schon früh teilweise an mehreren Kitas gleichzeitig anmelden. Dadurch werde der reale Gesamtbedarf verfälscht. Die Einrichtungen können durch Mehrfachanmeldungen bis kurz vor Start ins neue Kindergartenjahr oft nicht zuverlässig planen.

Das Procedere sieht vor, dass Zusagen für einen Kindergartenplatz sofort registriert und eventuelle Zweit- oder Drittwünsche automatisch gelöscht werden. Zeitgleich werden die Eltern im Internet über die Zusage informiert. Nach wie vor gebe es auch die herkömmliche Bestätigung per Schreiben. Für ein Computerprogramm werden zurzeit Angebote eingeholt, sagt Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink. Die Kosten lägen im vierstelligen Euro-Bereich und seien im Haushalt festgeschrieben. Voraussetzung für das Gelingen sei die Kooperation der freien Kita-Träger, die 60 Prozent der Betreuung in Kassel abdeckten. Janz: „Wir sind froh, dass wir in Gesprächen zu einer Vereinbarung gekommen sind.“

Für den größten freien Träger, die evangelische Kirche in Kassel, sagte deren stellvertretende Verwaltungsdirektorin Angelika Krieger: „Wir können uns das gut vorstellen.“ Anfängliche Bedenken, der Datenschutz könne gefährdet sein, habe Janz zerstreut: Es werde Datensicherheit gewährleistet.

Janz sagte, dass Eltern, die ihre Kinder nicht selbst online anmelden wollen oder können, Hilfe in den Kitas bekommen. Für Krieger ist es wichtig, dass Eltern für die Anmeldung nach wie vor den persönlichen Kontakt zur Einrichtung suchen. Auch sie unterstrich, dass Eltern Hilfe durch die Erzieher erhielten. Im System nicht erfasst werden Betriebskindergärten, sagte Janz. Dort herrschten andere Verwaltungsstrukturen.

Für dieses Jahr hatten sich im Stadtgebiet Eltern von insgesamt 1840 Kindern für einen Betreuungsplatz beworben. Zufrieden äußerte sich Stadtverordnete Anke Bergmann (SPD). Sie erinnerte daran, dass die Erfassung von Betreuungsplätzen seit Langem eine Forderung des Kasseler Bündnisses für Familien sei.

Nachdem Janz den Ausschussmitgliedern den Start der Online-Verwaltung angekündigt hatte, zog Norbert Hornemann (CDU) einen entsprechenden Prüfantrag seiner Fraktion zurück.

Von Christina Hein

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