Bilanz für Kasseler Feierabendmarkt nach einem Jahr und Aussicht auf einen Trägerverein

Trotz Corona: Warum der Kasseler Anna-Markt auf Erfolgskurs ist

Marktmeister Sebastian Bleisch (von links) und die Marktfrauen Petra Schminke und Burgit Becker auf dem Anna-Markt an der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel.
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Seit einem Jahr regelmäßig geöffnet: Sebastian Bleisch (von links) und die Marktfrauen Petra Schminke und Burgit Becker sind auf dem Anna-Markt präsent.

Vor einem Jahr hat der Anna-Markt an der Kasseler Friedrich-Ebert-Straße zum ersten Mal geöffnet: eine positive Bilanz.

Kassel ‒ „Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter dem Anna-Markt“, sagt Marktmeister Sebastian Bleisch. Zuversichtlich blickt er in die Zukunft: „Wie gut wird er sich erst entwickeln, wenn Corona überstanden ist und auf dem Markt-Carrée nicht nur eingekauft, sondern sich außerdem zum Feierabend-Plausch getroffen, gegessen und Musik gehört werden darf!“

Eine schöne Vision. So hatte es sich der Initiator des Feierabendmarkts am Motzberg-Grünzug ausgemalt, als er vor Jahren die Idee für einen Markt, „auf dem er selber gerne einkaufen möchte“, entwickelte. Deshalb wollte er einen Markt ins Leben rufen, auf dem es qualitätsvolle regionale Produkte und Biowaren gibt, wo man sich aber auch gerne trifft und aufhält.

Letzteres war im vergangenen Jahr nur phasenweise möglich. Stattdessen war Bleisch immer wieder mal damit beschäftigt, Marktkunden darauf hinzuweisen, dass sie Masken tragen und Abstand halten müssen. Trotzdem sei der Markt zufriedenstellend besucht worden: Durchschnittlich 200 Marktbesucher pro Feierabend waren im zurückliegenden Jahr gekommen, überschlägt er.

Was ihn vor allem freut: Die Stimmung sei nicht nur unter den Kunden gut, sondern „großes Einvernehmen“ herrsche auch unter den – von ihm handverlesenen – Marktbeschickern. Stolz ist er über die Angebotspalette: von Fleisch bis Fisch, Gemüse, Käse, Honig und Brot. Auch ein Scherenschleifer hat sich eingereiht in das Dutzend Marktbeschicker.

Vor einem Jahr, am 23. April, war der Anna-Markt an den Start gegangen. Und hatte seitdem jeden Donnerstag, bis auf einen einzigen Tag, als in der Stadt meterhohe Schneeberge lagen, geöffnet. Verlässlichkeit ist Bleisch wichtig. Bei einem Probelauf des Markts im zeitlichen Verlauf des Förderprogramms Aktive Kernbereiche, in dessen Rahmen die gesamte Neugestaltung des Motzberg-Grünzugs überhaupt möglich geworden war, hatte es 2019 zwei Markttage gegeben.

Bis jetzt ist es Bleisch, der sich um das Marktgeschehen kümmert. Er hat die Genehmigungen besorgt und er ist jeden Donnerstag vor Ort, um den Marktbeschickern zur Hand zu gehen. Er sorgt für den Strom, der noch über den Anschluss seiner Immobilie in Nachbarschaft abgewickelt wird, und er hat den Markt „Anna-Markt“ getauft. Bleisch zur Seite steht eine ehrenamtliche Helferin, Doris Rieländer. Trotzdem fragt sich der 69-Jährige: Was passiert, wenn ich mal ausfalle? Die Lösung: ein Trägerverein, um Verantwortung zu verteilen und leichter ein Markt-Team rekrutieren zu können. Unterstützung dabei hatten ihm Mitglieder des Ortsbeirats Vorderer Westen signalisiert.

Jetzt kommt Rechtsanwalt Harald Welge mit ins Boot. Er bemüht sich, den ruhenden Verein der ehemaligen „Interessengemeinschaft Friedrich-Ebert-Straße“ zu reaktivieren, den der damalige Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph 2000 ins Leben gerufen hatte, um die Vitalisierung der Straße voranzutreiben, und in dem sich Welge als Vorsitzender engagiert hatte. „Das wäre eine wunderbare Lösung“, sagt Bleisch. Marktfreunde haben schon Interesse an einer Mitgliedschaft geäußert. Und weil es Bleisch nie an Ideen mangelt, hat er auch einen Namen parat: Verein Grüne Banane, benannt nach dem Grünzug, in dem der Markt stattfindet, und den der Volksmund aufgrund seiner Form als Grüne Banane bezeichnet. Eine Assoziation zu Lebensmitteln sei ebenfalls da. (Christina Hein)

Info: Der Anna-Markt, Friedrich-Ebert-Straße 65-71, findet jeden Donnerstag, 15 bis 20 Uhr, statt. anna-markt-kassel.de

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