Bundesweit erstes Hitzetelefon wird auf die ganze Stadt ausgeweitet

Anruf, wenn’s heiß wird - Hitzetelefon

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Ansprechpartnerin am Hitzetelefon: Auch Schwester Annemarie Pfetzing informiert über Gesundheitsgefahren an heißen Tagen.

Kassel. Deutschlands erstes Hitzetelefon geht in die zweite Runde. In diesem Jahr soll der kostenlose Hitzewarndienst für ältere Menschen auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden. Ziel ist es, Senioren an heißen Tagen vor gesundheitlichem Schaden zu bewahren.

Denn extreme Hitze und Hitzeperioden bergen für ältere Menschen besondere Gesundheitsrisiken. Doch bislang sei es kaum gelungen, Senioren, die zu Hause leben, mit Warnungen und Aufklärung zu erreichen, sagt Markus Heckenhahn, der ein Forschungsprojekt des Gesundheitsamtes zu Gesundheitsrisiken bei Hitzeperioden betreut. „Das Risiko Hitze wird nach wie vor unterschätzt.“

Im vergangenen Jahr hatten Diakonissen des Kurhessischen Diakonissenhauses die Aufgabe übernommen, bei offiziellen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes ältere Menschen im Stadtteil Vorderer Westen anzurufen und zu informieren. Ein Service, der gut ankam und auch in anderen Stadtteilen Interesse fand. Deshalb wird in diesem Jahr der Seniorenbeirat der Stadt Kassel das diesmal stadtweite kostenlose Hitzetelefon tatkräftig unterstützen. 14 Anmeldungen gibt es schon.

Bereits bei einer erwarteten Temperatur von 32 Grad Celsius und mehr werden die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hitzetelefons aktiv. Solche Tage gab es bereits schon im Frühjahr. Das Hitzetelefon ist aber erst ab heute und bis zum 31. August aktiv. An besonders heißen Tagen werden angemeldete Teilnehmer zwischen 8.30 und 12 Uhr vormittags angerufen und über die Hitzewarnung informiert. „Die Menschen waren froh und dankbar, wenn wir angerufen haben“, schildert Schwester Annemarie Pfetzing die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr. Hier entstehe ein neues Netzwerk der Fürsorge, freut sich die Diakonisse.

In diesem Jahr bietet Markus Heckenhahn für alle Teilnehmer zudem telefonische Erstgespräche an, um auf eventuelle gesundheitsbezogene Risiken noch besser aufmerksam machen zu können. In solchen Fällen bietet Heckenhahn, wenn nötig, auch tatkräftige Unterstützung an. Chronisch kranken älteren Menschen rät er, mit dem Hausarzt zum Beispiel darüber zu sprechen, wie viel man an heißen Tagen trinken darf.

Das Projekt „Sonnenschirm“ war durch eine Initiative des Hitze-Präventions-Netzwerks Vorderer Westen entstanden. Es wird von der Hochschule Fulda wissenschaftlich begleitet.

Wer an diesem kostenlosen Hitzewarn-Service interessiert ist, kann sich einfach anmelden bei Ulrike Trapp, Tel. 10 02 48 30. Weitere Informationen bei Markus Heckenhahn, Tel. 10 03 19 82, und unter www.diako-kassel.de

Von Martina Heise-Thonicke

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