Vor der Verschärfung der Maskenpflicht

Wegen Corona: Ansturm auf Apotheken in Kassel - Alle wollen bessere Masken

In Apotheken in Kassel herrscht rege Nachfrage nach FFP2- und OP-Masken - unter anderem wegen schärferer Corona-Regeln ab Samstag (23.01.2021).

Kassel – In Kassels Apotheken herrscht derzeit Hochbetrieb, weil sich viele Menschen mit medizinischen Schutzmasken eindecken. Übereinstimmend berichten Apothekeninhaber gegenüber der HNA, dass in den vergangenen Tagen sehr viel mehr Kunden gekommen sind und die Nachfrage nach Masken einen Großteil des Tagesgeschäfts ausmache. Engpässe gibt es aber derzeit nicht: Alle befragten Apotheken gaben an, gut bevorratet zu sein und Nachschub zu erwarten.

Bei dem Ansturm kommen zwei Dinge zusammen: Ab Samstag gilt in Hessen, dass beim Einkaufen, Bus- und Bahnfahren Masken der höheren Schutzklasse vorgeschrieben sind. Zum anderen erhalten in diesen Tagen mehr und mehr ältere Menschen von ihrer Krankenkasse die von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigten Berechtigungscoupons, mit denen sie sich gegen Zuzahlung von zwei Euro einen Vorrat von zunächst sechs FFP2-Masken abholen können.

Kassel: Medizinische Masken gibt es in Apotheken und Discountern

Beide Vorgänge haben eigentlich nichts miteinander zu tun. „Wer aber jetzt einen solchen Coupon bekommt, löst den so schnell wie möglich ein“, sagt Inhaberin Ilka Schillbach-Schwarz von der Sophien-Apotheke in Oberzwehren mit Blick auf die verschärfte Maskenpflicht. In Kasseler Drogeriemärkten und bei Discountern waren Masken der höheren Schutzklasse am Donnerstag nur noch vereinzelt erhältlich, wie eine HNA-Stichprobe ergab. Gutscheine werden aber nur in den Apotheken eingelöst. Dort kosten FFP2-Masken, wenn man sie als Selbstzahler kauft, zwischen 2 und 3 Euro pro Stück. OP-Masken kosten umgerechnet auf den Einzelpreis im Schnitt 50 bis 80 Cent.

Das sei nicht mehr mit den Preisen zu Beginn der Pandemie zu vergleichen, sagt Axel Kulp, der zwei Apotheken im Stadtgebiet betreibt. Als FFP2-Masken anfangs Mangelware waren, seien sie mancherorts für sieben, acht Euro angeboten worden. Gleichwohl warnt der Deutsche Hausärzteverband, im Onlinehandel könnten angesichts der neuen Regeln überhöhte Preise für medizinische Masken verlangt werden. Der Verband schlägt vor, einen Festpreis festzulegen, der nicht überschritten werden dürfe.

Von der neu geschaffenen Möglichkeit, das auch Apotheken mit besonders geschultem Personal Corona-Antikörpertests anbieten dürfen, macht bisher offenbar keine Apotheke in Kassel Gebrauch. Dafür gebe es auch wegen des Masken-Themas keine freien Kapazitäten, hieß es einhellig.

Das bedeutet die Aufschrift auf der FFP2-Maske: Worauf man beim Kauf achten sollte

Nach der erneuten Verschärfung des Lockdowns rücken FFP2-Masken noch mehr in den Mittelpunkt. Nur: Worauf muss beim Kauf geachtet werden? Und was bedeuten all die Zahlen und Zeichen auf der Maske? Das Regierungspräsidium Kassel hat nun mitgeteilt, welche Vorgaben es für die Hersteller gibt. Die Behörde überprüft und kontrolliert durch Stichproben, ob alles korrekt ist. Nach einer entsprechenden EU-Verordnung muss eine Atemschutzmaske demnach folgende Kennzeichnungen gut sichtbar, leserlich und dauerhaft tragen:

  • Den Namen, den eingetragener Handelsnamen oder die eingetragene Marke des Herstellers.
  • Die Postanschrift, unter der der Hersteller kontaktiert werden kann. Bei vielen Masken fehlt gerade diese Angabe. Der Hersteller wird dann gerügt. Es heißt aber nicht automatisch, dass die Maske nichts taugt. Es geht hier darum, dass der Verbraucher schnell einen Ansprechpartner hat, sollte es zu einer Reklamation oder Fragen kommen.
  • Eine Typen-, Chargen- oder Seriennummer oder ein anderes Kennzeichen zu ihrer Identifikation.
  • Die CE-Kennzeichnung gefolgt von einer vierstelligen Nummer einer benannten Stelle. Diese gibt Rückschluss auf die zugelassene Prüfstelle und ist der Hinweis darauf, dass die Maske zertifiziert ist.
  • Die Aufschrift „EN 149:2001+A1:2009“ für die Norm und die zutreffende Klasse FFP1, FFP2 oder FFP3, gefolgt von einer Leerstelle und gegebenenfalls den Buchstaben NR, falls der Gebrauch der Maske auf acht Stunden begrenzt ist oder dem Buchstaben R, falls die Maske wiederverwendbar ist.
  • Den Masken müssen eine Anleitung und Informationen beigefügt sein, die alle zweckdienlichen Angaben enthalten müssen – und zwar in deutscher Sprache.

Fehlen die verbindlichen Kennzeichnungen oder fehlen Teile davon, so entsprechen sie nach Angaben des Regierungspräsidiums Kassel zumindest schon mal aus formalen Gründen nicht den Anforderungen. Es könnte sich in solchen Fällen um Atemschutzmasken handeln, die nicht dem europäischen Recht entsprechen. Heißt: Man könnte es hierbei nur mit einfachen Mund-Nasen-Bedeckungen zu tun haben, die nicht dem Schutz des Trägers dienen.

Sollten sich Verstöße des Herstellers bei den Stichproben ergeben, kann das Regierungspräsidium eingreifen. Es kann untersagen, die Masken auf den Markt zu bringen oder es kann die Produkte zurückrufen. Auch Geldbußen sind möglich.

Verschärfte Maskenpflicht ab Samstag (23.01.2021) in Kassel

In Hessen treten die auf Bundesebene beschlossenen schärferen Corona-Regeln am Samstag, 23. Januar, in Kraft. Ab dann müssen in Geschäften sowie beim Bus- und Bahnfahren medizinische Schutzmasken getragen werden. Das sind FFP2-Masken oder sogenannte OP-Masken mit Zertifizierung.

Sie bieten einen besseren Schutz vor der Übertragung des Virus. Einfache Stoffmasken oder Tücher vor dem Gesicht sind dann beim Einkauf und in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr zulässig. Alle weiteren Informationen zu Corona in und um Kassel gibt es im News-Ticker. (Axel Schwarz)

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