Seit 2008 arbeitete er für den Verein „Respekt“

Kasseler Walid D.: Anti-Gewalt-Trainer war für Terrormiliz IS aktiv

Kassel. Der mutmaßliche Islamist Walid D. aus Kassel, der seit September 2014 in U-Haft sitzt, hat jahrelang als Anti-Gewalt-Trainer mit Jugendlichen und Senioren gearbeitet.

Als Honorarkraft habe er seit 2008 ein- bis zweimal pro Jahr Seminare geleitet, bestätigte Christiane Grysczyk, Vorsitzende des Kasseler Vereins „Respekt“. Zudem hat der 28-Jährige für verschiedene Kasseler Sicherheitsunternehmen gearbeitet.

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Walid D. wird verdächtigt, in Syrien für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft zu haben. Wegen des Anfangsverdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen ihn. Wann deswegen Anklage erhoben wird, sei nicht abzusehen, sagte Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Bei der Durchsuchung der Wohnung von Walid D. hatten Ermittler vor vier Monaten eine nicht funktionsfähige Kalaschnikow AK-47, Munition und eine Pistole vom Typ Ceska 27 gefunden. Zudem hat der Kasseler laut Staatsanwaltschaft Internetseiten zum Islamischen Staat, Dschihad sowie Videos von terroristischen Kampfhandlungen und Tötungsszenen aufgerufen.

Sozialpädagogin Grysczyk hat davon nach eigenen Angaben erst erfahren, nachdem über die Festnahme von Walid D. berichtet worden war. „Wenn ich das früher gewusst hätte, hätten wir nicht mehr mit ihm zusammengearbeitet.“ Es habe keine Anzeichen für eine Radikalisierung gegeben. Walid D. habe auch nicht versucht, Teilnehmer der Seminare für terroristische Zwecke anzuwerben. „Religion war nicht sein Thema“, sagte Grysczyk.

Ob Walid D. Verbindungen zu den drei Terrorverdächtigen aus Kassel hatte, deren Wohnungen in der vorigen Woche durchsucht wurden, ist unklar. Entsprechende Informationen seien den Akten bislang nicht zu entnehmen, so Niesen.

Rubriklistenbild: © dpa

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