Das Familienerbstück von Winfried Baecker wurde im Jahr 1912 vom renommierten Klavierbauer Carl Mand aus Koblenz gefertigt

Marktplatz: Antiker Flügel an Liebhaber abzugeben

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Schweren Herzens: Nur ungern trennt sich Winfried Baecker von seinem Flügel, der sich über drei Generationen im Familienbesitz befindet.

Als ich geboren wurde, war dieser Flügel bereits in Familienbesitz“, erinnert sich Winfried Baecker, der sich über das gute Stück mit den kompakten Abmessungen informiert hat. Der Flügel stammt aus dem Jahr 1912 und wurde vom renommierten Klavierbauer Carl Mand aus Koblenz gefertigt.

Es handelt sich um einen sogenannten Stutzflügel, bei dem die Saiten in zwei Ebenen übereinander liegen, was Platz spart, ohne das Klangerlebnis zu beeinträchtigen. Seitdem Winfried Baecker zurückdenken kann, wurde auf dem Flügel gespielt. Zunächst der Vater, später nutzten er und seine vier Geschwister das Instrument, von denen drei leidenschaftliche Hobby-Organisten waren. Während der amerikanischen Besatzung wurde das Instrument rechtzeitig vor der Beschlagnahmung in Sicherheit gebracht, so dass Baecker seine ersten musikalischen Gehversuche an diesem Flügel machen konnte, woran er sich lebhaft erinnert: „Früher stand der Flügel im Esszimmer, unmittelbar neben dem Arbeitszimmer meines Vaters. Jeder Fehler beim Üben wurde also sofort bemerkt und umgehend korrigiert.“ Aber auch die väterliche Strenge konnte der Leidenschaft zur Musik keinen Abbruch tun. So begleitete der Flügel Winfried Baecker durch sein gesamtes Leben. Und später auch dessen Kinder, die beide auf dem Instrument das Klavierspiel erlernten. Somit wurde das antike Stück von drei Generationen der Familie ausgiebig genutzt. Und nutzen sollte man den Mand-Flügel auch in Zukunft. „Es handelt sich nicht um ein Museumsstück, sondern um einen Gebrauchsgegenstand“, betont Baecker.

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Die Kinder sind längst aus dem Haus. Zwar spielen sie weiterhin Klavier, doch fehlt ihnen in ihren Wohnungen schlicht der Platz für den Flügel. Winfried Baecker fällt das Spielen immer schwerer: „Die Fingerfertigkeit ist nicht mehr so wie sie mal war und auch das Notenlesen fällt mir nicht mehr so leicht“, weshalb er sich nun schweren Herzens von dem Flügel trennt. Dieser sollte bevorzugt an einen Liebhaber gehen, der sich für den antiken Mand-Flügel begeistert. „Ich würde mir einen Käufer wünschen, der das gute Stück zu schätzen weiß und es entsprechend liebevoll behandelt. Es muss nicht unbedingt ein Punk-Musiker sein, der aus dem Flügel Kleinholz macht. Dafür ist er zu schade.“ Nach drei Generationen im Familienbesitz weist der Flügel, der mit einem passenden Klavierhocker aus derselben Zeit abgegeben werden soll, leichte Gebrauchsspuren auf. „Der Flügel sollte auf alle Fälle gestimmt werden, eine Saite ist gerissen und muss erneuert werden. Außerdem sind zwei der Tasten beschädigt und müssen repariert werden“, so Baecker.

Der Käufer müsste selbst für den Transport aufkommen, einen entsprechenden Transporteur kann Familie Baecker nennen.

Einen Preis mag Winfried Baecker für das Familienerbstück nicht ansetzen. Zwar habe er sich schlau gemacht, was das Instrument wert sei, doch möchte er den Preis verhandeln und der Höchstbietende wird den Zuschlag erhalten. Von Peer Bergholter

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