19-jährigen Kasselerin sammelte 60.000 Euro für Flüchtlingshilfswerk - jetzt für Corona-Kranke in Indien

Kasselerin Antonia Ringborg: Bitte helft mir helfen

Antonia Ringborg (19) aus Kassel hat einen Spendenverein gegründet..
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„Helft Antonia helfen“: Antonia Ringborg hat einen Spendenverein gegründet.

Wenn sie aus den Nachrichten von menschlichem Elend erfährt, kann sie nicht so tun, als sei alles gut. Antonia Ringborg muss aktiv werden und andere anschubsen, ihr beim Helfen zu helfen. Mit Erfolg: 60.000 Euro sammelte sie für das UN-Flüchtlingshilfswerk. Jetzt möchte sie mit dem Roten Kreuz Corona-Kranken helfen.

Kassel. Antonia Ringborg glaubt an Solidarität und Hilfsbereitschaft: Aktuell treiben sie die Bilder der mit Corona infizierten Menschen in Indien um, die sterben, weil es vor Ort nicht genügend Sauerstoff gibt, um sie zu beatmen. „Die Bilder der Toten vor den Türen der Krankenhäuser sind erschütternd“, sagt sie. Dabei könne man schon mit 2,60 Euro einen Liter Sauerstoff finanzieren: „Was für ein kleiner Betrag, der Leben retten kann!“

Anfang des Jahres war die 19-jährige Kasselerin öffentlich aufgefallen, weil sie angesichts der verstörenden Zustände in den Flüchtlingslagern rund ums Mittelmeer spontan auf Facebook einen Spendenaufruf für das UN-Flüchtlingshilfswerk gestartet und schon nach wenigen Wochen 20 000 Euro gesammelt hatte. Weil der Spendenaufruf auf Facebook nur eine begrenzte Zeit lang aktiv ist, und um auch analog Spenden einwerben und Quittungen ausstellen zu können, gründete Antonia den gemeinnützigen Verein: „Antonia Ringborgs Spendengemeinschaft“. Auch hier kamen in kurzer Zeit Tausende Euro von Spenden an. Schließlich waren es insgesamt 60 000 Euro, die Antonia dem UNHCR überweisen konnte.

Langfristig sollen von dem Verein Projekte und Organisationen etwa in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz sowie Flüchtlingshilfe unterstützt werden. Seit bereits sechs Jahren engagiert sich Antonia Ringborg für Greenpeace. Große Unterstützung bekommt die junge Frau von ihrer Familie, ihrer Mutter Anne, einer Musikerin, und ihrem Vater Patrik Ringborg, dem ehemaligen Kasseler Generalmusikdirektor.

Aus aktuellem Anlass bittet Antonia jetzt um Hilfe für die an Corona erkrankten Menschen in Südasien und Indien. Auch hierfür sind auf ihrer Facebook-Seite in sechs Tagen schon 1330 Euro zusammengekommen. Die Spenden werden vom Roten Kreuz direkt für dessen Arbeit in Südasien weitergeleitet.

Ihr Verein und die große Bereitschaft der Menschen mitzumachen, helfe ihr, durch die eigenen depressiven Phasen zu kommen, sagt sie. Antonia selbst ist von einer tödlichen Krankheit betroffen: Vor Jahren wurde bei ihr ein Hirntumor festgestellt. Nach vielen Operationen und einem Schlaganfall war er irgendwann nicht mehr operabel. Die jüngste Untersuchung, erzählt Antonia, habe ergeben, dass der Tumor wieder gewachsen ist. „Auch wenn das jetzt nicht unerwartet war, sind solche Nachrichten immer schwer zu verdauen“, sagt sie. Da geben ihr die Beschäftigung mit dem Spendenverein und der Gedanke, helfen zu können, viel Kraft und Mut. „Ich möchte nicht sterben mit dem Wissen, dass ich nichts verändern konnte. Darum bitte ich: Helft mir, etwas zu verändern!“, hatte Antonia vor der Gründung ihres Vereins auf Youtube verbreitet.

Auf Antonia Ringborgs Internetseite antoniaringborg.de kann man sich über die Spendenaufrufe, den Verein, Kontonummer und die Möglichkeit zu spenden informieren. (Christina Hein)

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