Ortsbesichtigung an der möglichen Dirt-Bike-Strecke nahe dem Friedhof Harleshausen

Anwohner fürchten Lärm

Vor Ort: Viele Anwohner waren gekommen, um ihre Kritik an der geplanten Dirt-Bike-Strecke zum Ausdruck zu bringen. Die Kinder- und Jugendbeauftragte Daniela Ritter (rechts) und ihr Kollege Johannes Schade (links) setzen auf Information. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Das Thema Dirt-Biker bewegt weiter die Kasseler Bürger. Für Samstagmorgen hatte das städtische Jugendamt zu einer Infoveranstaltung und Ortsbesichtigung eingeladen, um die mögliche Radpiste in Nachbarschaft zum Friedhof Harleshausen vorzustellen.

Trotz frostiger Temperaturen und windigen Schneeregens waren circa 40 Anwohner, Stadtteilvertreter und Jugendliche an die Wegmannstraße gekommen, um sich ein Bild zu machen und Argumente auszutauschen. Deutlich wurde: Vor allem die Jungfernkopfer Anwohner haben große Bedenken und Einwände. Vor allem die Angst vor Lärmbelästigung und vermehrten Straßenverkehr treibt die Anwohner um. „Wir haben hier schon Parkplatzprobleme - und was ist, wenn hier ein Krankenwagen durchmuss?“, fragte eine Anwohnerin. „Die kommen womöglich von sonst woher, um hier zu fahren“, sagte ein Anwohner. Einige Anwesende wie Rosemarie Bay äußerten Bedenken, ob die Pietät zur Nähe des Friedhofs gewahrt bleibe, wenn in der Nachbarschaft Radsportler fahren.

Vormittags Schule

Daniela Ritter, Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt, war mit Mitarbeiter Johannes Schade und Jugendlichen vor Ort und bemühte sich, die Bedenken zu zerstreuen. Beispielsweise könnte ein Eingang zum Areal an der Wegmannstraße zu Zeiten geschlossen sein, wenn Trauerfeiern stattfinden. „Ich bin mir sicher, dass die Jugendlichen großes Verständnis für die Besonderheit dieses Areals haben“, sagte Dirt-Biker-Sprecher Jan Appenroth.

Die Jugendlich gingen vormittags zur Schule. „Vor 14, 15 Uhr ist hier kein Betrieb“, sagte Johannes Schade. Krach machten die Dirt-Biker erfahrungsgemäß nicht und Autos, die geparkt werden müssen, besäßen sie auch nicht. Für die Abendstunden würde man ein Zeitlimit setzen.

Vorschlag: Sichtschutz

Jürgen Werner von der Friedhofsverwaltung sagte, er könne sich Vorkehrungen vorstellen wie einen Sichtschutz, damit sich Friedhofsbesucher nicht gestört fühlen. Die Strecke würde zudem im Abstand von mindestens 40 Metern zum Friedhof entstehen.

Es gab auch Stimmen, die um Verständnis und Toleranz warben. „Die Jugendlichen sind hier doch eigentlich gut aufgehoben“, sagte Sabine Stern, Ortsbeiratsmitglied der Grünen in Harleshausen: „Im Wald dürfen sie nicht sein, in der Innenstadt auch nicht. Wo sollen sie denn hin?“

Pfarrer Arno Wilke von der Gemeinde Jungfernkopf fragte, ob es nicht möglich sei, das Areal gegen ein Gelände in der Nachbarschaft zur Schule zu tauschen, wo er sich eine Nutzung durch Jugendliche besser vorstellen könne. Schließlich drängten viele Anwohner darauf, die zuletzt in die Diskussion gebrachte Möglichkeit zu prüfen, ob eine Dirt-Bike-Strecke am Sportplatz Stockwiesen in Bad Wilhelmshöhe nicht die bessere Lösung sei. „Es gibt viele Wenn und Aber“, resümierte Dr. Manuel Eichler, Ortsvorsteher von Jungfernkopf, den Termin: „Das Thema wird die Ortsbeiräte noch beschäftigen.“

Von Christina Hein

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