Haufenweise Ärger

Hundehalter lassen Tüten mit Kot zurück - Anwohner in Kassel verärgert

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Nicht der erste Hundekotbeutel, den Hans-Jürgen Lipinski an dieser Ecke findet: Der 70-Jährige ärgert sich über Hundehalter, die zwar den Kot ihrer Hunde einsammeln, dann aber in die Wiese entlang des Baches Ahne im Stadtteil Philippinenhof-Warteberg werfen.  

Kassel. Hans-Jürgen Lipinski muss nicht lange an dem Fuß- und Radweg suchen, bis er eine der verknoteten Tüten mit Hundekot im Gras findet Immer wieder sind dem 70-Jährigen in der Vergangenheit auf dem Weg am Ahnabach im Stadteil Philippinenhof, weggeworfene Beutel aufgefallen.

„Hundebesitzer sollen den Kot mit nach Hause nehmen“, sagt Lipinski. Wer sich einen Hund anschaffe, habe auch eine Verpflichtung, sagt er.

Im März hat der Rentner während einer stadtweiten Aufräumaktion sogar zwölf der Beutel aus der Wiese entlang des Weges, der parallel zur Bunsenstraße verläuft, aufgesammelt und entsorgt. Er vermutet, dass einige Hundehalter einfach zu bequem seien, das eingetütete Geschäft des Hundes mit nach Hause zu nehmen.

Er habe auch schon Hundebesitzer angesprochen. Zum Beispiel als ein Halter zwar den Kot mit dem Beutel einsammelte, doch dann statt ihn im Mülleimer zu entsorgen, mit Schwung in die Wiese warf. „Als ich den Mann fragte, warum er das gemacht hat, wurde er aggressiv“, sagt Lipinski.

Ähnlich Erfahrungen hat Herbert Schlömer gemacht, der an dem Weg ein Gartengrundstück besitzt. „Ich habe nichts gegen Hunde, aber das ist nicht in Ordnung“, sagt er. Es sei schon vorgekommen, dass ihm beim Mähen des Grundstück „die gefüllten Beutel samt Inhalt um die Ohren geflogen sind.“ Ein Problem sei, dass es entlang des Weges keine Mülleimer gebe, meint Schlömer. Das ist auch schon einer Hundebesitzerin aufgefallen, die gestern Morgen dort mit ihrem Hund spazieren ging.

Auf HNA-Anfrage bestätigte die Stadt, dass es in Einzelfällen Beschwerden über herumliegen Hundekotbeutel bei Stadtreinigern und beim Umwelt- und Gartenamt eingingen. Einige Hundebesitzer seien offenbar nicht gewillt, die gefüllten Beutel bis zum nächsten Mülleimer zu tragen, teilte Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich mit.

Grundsätzlich gelte laut Kasseler Straßenordnung, dass jeder Hundehalter verpflichtet ist, den Kot seines Hundes zu beseitigen.

In Kassel sind insgesamt 6.525 Hunde angemeldet. Im Stadtgebiet stehen 135 sogenannte „Sac-o-Maten“, an denen es die Tüten gibt. Sie werden von Stadtreinigern und dem Umwelt- und Gartenamt bedient werden.

Von Max Holscher

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