Bürgersteig am Eisenbahnweg

Anwohner verärgert: Neue Laternen stehen mitten auf Gehweg

Mitten auf dem Gehweg: Mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl wird es auf dem Bürgersteig am Eisenbahnweg knapp. Foto:Fischer

Kassel. Seit Langem hatten sich die Menschen am Jungfernkopf einen Bürgersteig am Eisenbahnweg gewünscht. Jetzt gibt es auf dem Abschnitt zwischen Kiefernweg und Am Wäldchen einen Gehweg. Aber mitten auf dem 1,40 Meter schmalen Steig sind die Laternen platziert. Nicht nur für Rollstuhlfahrer wird es eng.

Dadurch bleiben rechts und links der Laternenpfähle nur schmale Durchgänge. Ein Kinderwagen passt auf der breiteren Seite (72 Zentimeter) gerade noch durch, für Rollstuhlfahrer aber wird es eng. Sie müssten auf die Straße ausweichen, um die Laternen zu umfahren – zumal allzu knappes Rangieren gefährlich werden kann: Jenseits des Gehwegs fällt die Böschung steil ab.

Nachbesserung: Um die Laternen herum soll eine Ausbuchtung angelegt werden, damit genug Platz auf dem Gehweg ist. Bernd Hanel von der Baufirma Rohde nahm gestern Maß. Foto: Fischer

Der Jungfernköpfer Norbert Werner stand vor wenigen Tagen kopfschüttelnd vor den Laternen: „Das kommt einem vor wie ein Schildbürgerstreich.“ Er befürchtet zudem, dass Kinder, die mit dem Fahrrad oder Roller auf dem Gehweg unterwegs sind, vor die Laternen donnern und sich verletzen könnten. „Hier verstößt die Stadt meines Erachtens grob gegen ihre Verkehrssicherungspflicht“, sagt Werner.

Auf Nachfrage der HNA hat das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt gestern angekündigt, dass nachgebessert wird. An den Stellen, wo die Laternen stehen, sollen nach außen hin kleine Buchten angelegt werden, sodass es genug Platz gibt, um an den Masten vorbeizukommen, sagt Uwe Bischoff, Abteilungsleiter für Straßenbau. „Anfang nächster Woche ist das fertig.“ Er räumt ein, dass beim Bau des Gehwegs nur an Fußgänger gedacht wurde, nicht aber an die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern.

Die Situation in dem Bereich des Eisenbahnwegs sei aufgrund der beengten Verhältnisse knifflig gewesen. Wegen des Parks auf der gegenüberliegenden Seite habe der Gehweg nur auf der Seite entlang der Gleise angelegt werden können. Weil die dort stehenden Laternen noch in gutem Zustand waren, habe man aus Kostengründen darauf verzichtet, sie zu versetzen, sagt Bischoff. Dadurch wäre der Gehweg, der in jetziger Form 40 000 Euro gekostet hat, wesentlich teurer geworden.

Bei dem Bau des Gehwegs, den der Ortsbeirat seit Langem forderte, habe es sich gewissermaßen um eine Zugabe zu der großen Baumaßnahme an der Schenkebier Stanne gehandelt, die nicht in der eigentlichen Planung vorgesehen war. Die mitten auf dem Gehwegs stehenden Laternen seien zwar als Einschränkung wahrgenommen, aber zunächst als hinnehmbar empfunden worden, da man ja darum herumlaufen könne.

„Leider wurde es versäumt, die Breite zwischen Laterne und Bordstein zu messen und dabei auch an mobilitätseingeschränkte Menschen zu denken“, sagt Bischoff. „Da hat man es sich zu einfach gemacht, um Kosten zu sparen.“ Die nachträgliche Anlage der Buchten an den Laternen sei aber unproblematisch. Dadurch entstünden 1500 Euro zusätzliche Kosten.

Von Katja Rudolph

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