Familienplanung: Tipps, um schwanger zu werden!

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Die AOK Hessen gibt Tipps zur Familienplanung

„Eltern werden ist einfach, Eltern sein alles andere.“ Für manche fängt es beim „Elternwerden“ allerdings schon an: Das Schwangerwerden klappt einfach nicht!

Im Interview mit Dr. Christoph-Gérard Stein, Arzt bei der AOK Hessen, klären wir, was Paare auf dem Weg zum Kinderwunsch beachten können.

Herr Dr. Stein, nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie warten rund 1,5 Millionen deutsche Paare vergeblich auf eine Schwangerschaft. Woran kann das liegen?

Als Hauptursache vermuten die Experten die immer spätere Elternschaft: Schwanger werden Frauen heute im Schnitt mit 28 Jahren, mehr als zehn Prozent der Neugeborenen haben eine Mutter, die älter als 35 ist. Die natürliche Chance für eine Schwangerschaft ist mit Mitte dreißig nur noch halb so hoch wie mit Anfang zwanzig – auch wenn man ganz gesund ist.

Das Alter ist aber nicht die einzige Ursache, was kann noch zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen?

Zum Beispiel Stress kann eine große Rolle spielen. Denn Stresshormone steuern nicht nur unsere Psyche, sondern auch unseren Körper. Zu viel Stress kann zum Beispiel den Eisprung verhindern. Es hilft also nur eines: Ruhe und Geduld. Gönnen Sie sich und Ihrem Partner einfach mal Entspannung, um Ihr Stresslevel zu senken. Auch ausreichend Schlaf und einfache Entspannungstechniken können sehr gut zur Entspannung beitragen.

Kann die Ernährung auch eine Rolle dabei spielen, ob sich eine Schwangerschaft einstellt?

Ja, definitiv. Wichtig ist eine frische und vollwertige Ernährung, die schon vor der Schwangerschaft vitamin- und folsäurereich sein sollte. Außerdem spielt das Gewicht eine Rolle bei der Fruchtbarkeit: Untergewicht, vor allem aber auch Übergewicht senken deutlich die Chance, schwanger zu werden. Es gibt aber eine gute Nachricht: Bereits zehn Prozent Gewichtsabnahme erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft. Abspecken ist übrigens auch für die Fruchtbarkeit des Mannes gut. Denn zu viele Pfunde senken den Testosteronspiegel.

Frauen sollten also nicht erst ab der Schwangerschaft gesund leben?

Genau richtig! Schon vorher sollten Frauen wenn möglich Genussmittel vermeiden. Denn Giftstoffe wie Nikotin, Alkohol und Koffein können die Fruchtbarkeit herabsetzen. Genussmittel wirken sich übrigens auch negativ auf die Fruchtbarkeit des Mannes aus.

Wenn mit der Fruchtbarkeit alles in Ordnung ist, hilft dann häufiger Sex, um schnell schwanger zu werden?

Viel wichtiger als die Häufigkeit ist regelmäßiger Sex im richtigen Zeitraum. Dieser ist in der fruchtbaren Phase, also etwa zwei bis drei Tage vor und nach dem Eisprung. Bei einem jungen, gesunden Paar liegt bei Geschlechtsverkehr zum richtigen Zeitpunkt die Chance für eine Schwangerschaft bei 25 bis 30 Prozent.

Und wenn es tatsächlich nicht klappen möchte mit einer Schwangerschaft?

Früher glaubte man, dass Kinderlosigkeit immer auf eine Unfruchtbarkeit der Frau zurückzuführen sei. Heute ist bekannt, dass die Ursachen etwa zu einem Drittel bei der Frau, zu einem Drittel beim Mann und in etwa 20 bis 30 Prozent der Fälle bei beiden Partnern liegen.

Daher ist eine Kinderwunsch-Sprechstunde eine gute erste Anlaufstelle. Dort wird grundsätzlich überprüft, ob Mann und Frau über gesunde Geschlechtszellen verfügen. Dazu wird beim Mann ein Spermiogramm erstellt, um die Beweglichkeit, die Qualität und die Anzahl der Spermien zu prüfen. Bei der Frau wird mithilfe unterschiedlicher Methoden gemessen, ob überhaupt ein Eisprung stattfindet, und es werden die wichtigsten Hormone bestimmt. Die Überprüfung der anatomischen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft erfolgt mittels gynäkologischer Untersuchung und Ultraschall.

Herr Dr. Stein, herzlichen Dank für das Gespräch!

Die AOK Hessen bietet einen Fruchtbarkeitskalender an, um die individuelle fruchtbare Phase zu bestimmen: https://aok-erleben.de/endlich-schwanger/.

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