Pflege von Obstbäumen auf Kasseler Streuobstwiesen hat begonnen – Umwelt- und Gartenamt im Einsatz

Die Apfelblüte kann kommen

Im Einsatz: Denny Tietz (21, von links) und Björn Vogel (31) von der kommunalen Arbeitsförderung sägen Totholz aus einem alten Apfelbaum auf der Streuobstwiese Kleine Wilhelmshöhe. Fotos:  Fischer

Kassel. Helge Faßbender (49) steht auf einer Leiter, die an einem alten Apfelbaum lehnt. Er sägt und schneidet abgestorbene Äste und Zweige aus dem Baum. Unterstützt wird der Landschaftsplaner von vier Mitarbeitern der kommunalen Arbeitsförderung, die unter seiner Anleitung Pflegearbeiten an den insgesamt dreißig alten Obstbäumen auf der Streuobstwiese Kleine Wilhelmshöhe in Niederzwehren vornehmen.

Da auf Streuobstwiesen eine hohe Artenvielfalt zu finden ist, bezuschusst die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises den Obstbaumschnitt mit jährlich 3000 Euro. Von diesem Geld werden vor allem Fachfirmen für größere Pflegearbeiten und Neupflanzungen bezahlt. Volker Lange vom Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel erklärt, warum Streuobstwiesen für den Naturschutz so wichtig sind: „Sie dienen nicht nur der Obstproduktion, sondern sind zudem ein naturnaher Erholungsraum, in dem viele Vögel und Insekten einen Rückzugsort finden.“

Auch die insgesamt 16 Neupflanzungen auf der Kleinen Wilhelmshöhe bekommen einen ersten Schnitt. Solch ein „Erziehungsschnitt“ dient dazu, möglichst früh die typische Wuchsform des Baumes zu bestimmen. „Außerdem entstehen beim Schneiden dünnerer Zweige kleinere Wunden. Das schont den Baum“, so Lange.

Seit 2010 werden die städtischen Obstwiesen intensiv vom Umwelt- und Gartenamt gepflegt. Insgesamt etwa 15 frei zugängliche Streuobstwiesen gibt es inzwischen im gesamten Stadtgebiet. Die Früchte von den bis zu 1000 Bäumen kann jeder ernten, der Lust auf frisches, gesundes Obst hat.

Vor allem Apfelbäume stehen auf den städtischen Obstwiesen. Die Apfelsorten tragen so wohlklingende Namen wie „Hessische Tiefenblüte“, „Trendelburger Calvill“ oder „Kasseler Renette“ - alles alte, regionale Sorten. Aber nicht nur Apfelbäume wachsen auf den Wiesen, auch Birnen, Zwetschgen, Pflaumen und Walnüsse sind hier zu finden. Um den Obstbaumbestand dauerhaft zu erhalten, wird auf allen Streuobstwiesen regelmäßig nachgepflanzt.

Das Angebot wird von vielen Bürgern gern genutzt, sagt Lange. „Über das ganze Jahr verteilt rufen Kasseler bei uns an, um zu fragen, wo sich die Obstwiesen befinden und wann geerntet werden kann.“ Deshalb informiert die Stadt inzwischen auch auf ihrem Umweltportal ausführlich über das Projekt und die Standorte der Streuobstwiesen. Unter Tel. 0561/787-3178 können sich Bürger bei Volker Lange aber weiterhin über den Streuobstbau der Stadt informieren.

Ernte ab Oktober möglich

Wenn das Wetter dieses Jahr mitspielt und die Bäume mehr Früchte tragen als im Vorjahr, können sich ab Oktober wieder viele Kasseler über frisches Obst von den städtischen Streuobstwiesen freuen.

Von Sarah Stehr

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