Attraktion beim Mint-Kongress

Apollo 13 in Kassel: Schlafen in der Raumkapsel

Kassel. Allein die 400 Kilometer lange Fahrt aus dem Saarland nach Kassel war die Attraktion. „Die Leute sind langsam neben uns hergefahren, haben Fotos gemacht und sich am Anblick des Flugobjekts erfreut“, sagt Oliver Gräber.

Er ist einer der beiden LKW-Fahrer, die am Sonntag eine außergewöhnliche Fracht auf dem Schulhof der Albert-Schweitzer-Schule abgeladen haben.

Für die Zeit des Mint-Kongresses im Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN) von Dienstag bis Donnerstag wurde hier die Apollo 13-Raumkapsel aufgestellt und ist rund um die Uhr zu besichtigen. Es handelt sich um die original Promotion-Replik für das US-Filmdrama aus dem Jahr 1995. Heute befindet sich das 1,5 Tonnen, sieben Meter lange und 2,50 Meter breite Schätzchen in Privatbesitz und ist gewöhnlich im saarländischen Weltraumatelier Nofelden zu bewundern.

Im Raumfahrt-Fieber: Tobias Hofmann (links) übernachtete in der Raumkapsel Apollo 13. SFN-Leiter Klaus-Peter Haupt hatte die Präsentation eingefädelt.

Der Zufall will es, dass der weltraumbegeisterte Eigentümer der Weltraumkapsel, Sebastian Voltmer (35), vor 15 Jahren in Kassel Visuelle Kommunikation studiert hat und in der Zeit häufig den Physik-Club, den Vorläufer des SFN, besuchte. Sein Studium in Kassel schloss er mit der Diplomarbeit, dem Kinofilm „Die Wiederkehr des Mars“ ab. Der Kontakt zu SFN-Leiter Klaus Peter Haupt blieb bestehen. Und so kam es zur Idee, Apollo 13 in Kassel landen zu lassen.

Ruhig und sachlich, ohne großes Aufsehen, wie es die Art von Naturwissenschaftlern und Technikern ist, wurde die Kapsel vom Tieflader abgeladen und mit einem Trecker an Ort und Stelle vor das SFN bugsiert. Mit dabei, Jungs, Mädchen und Studenten aus dem SFN, Niklas Binder, Duo Andreas Qiu, Philipp Jäger und andere.

Es wurden Fotos gemacht, Videos und einer, Tobias Hofmann, wichtige Kraft im SFN und Vorsitzender des Fördervereins, wird in der Kapsel sogar die Nacht verbringen. Das ist für den 1,94 großen Mann kein leichtes Unterfangen, denn ein Bett gibt es nicht an Bord, nur einen Schalensessel. Aber Tobias Hofmann freut sich riesig auf das exklusive Abenteuer. „Immerhin, die Beine kann ich ausstrecken“, sagt er. Und falls er nicht schlafen kann, hat er seine Star-Treck-Filme im Gepäck, die er sich auf dem Touch-Screen in der Kapsel, auf der normalerweise Aufnahmen von der Mondlandung zu verfolgen sind, anschauen kann.

Es war zu hören, dass Apollo 13 auch nach dem Mint-Kongress eine Weile in Kassel bleiben wird. Wo und in welchem Zusammenhang wollte Eigentümer Voltmer nicht verraten.

Raumkapsel der Apollo13 bei Albert-Schweitzer-Schule

Rubriklistenbild: © Dieter Schachtschneider

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