Hohe Kosten setzen vor allem kleinen Unternehmen zu

Immer mehr Apotheken müssen schließen

kassel. Immer höhere Kosten, stagnierende oder rückläufige Gewinne: Die Apotheken in Stadt und Kreis Kassel stehen unter wirtschaftlichem Druck. Nicht alle halten dem stand und schließen.

Nach Angaben des Hessischen Apothekerverbandes (HAV) wurden im vergangenen Jahr zwei Apotheken in Kassel und eine weitere in Niestetal aufgegeben. In diesem Jahr wurden in Kassel bislang zwei Apotheken geschlossen, zwei weitere werden laut HAV folgen.

„Wir gehen davon aus, dass sich das verstärkt fortsetzen wird“, sagt HAV-Sprecherin Kirsten Müller-Kuhl. Für die Kunden bedeute dies längere Wege bis zur nächsten Apotheke. Um die wirtschaftliche Situation zu verbessern, kämpfen die Verbände zurzeit für eine bessere Vergütung der rezeptpflichtigen Arzneimittel, die 80 Prozent des Umsatzes ausmachen. Seit 2004 erhalten die Apotheken pro verkaufter Packung 8,10 Euro - Rabatte nicht eingerechnet. Nach Plänen des Berliner Wirtschaftsministeriums soll dieser Betrag 2013 auf 8,35 Euro steigen. Die Apotheker fordern 9,14 Euro. „Seit 2004 haben wir keine Erhöhung mehr erhalten“, sagt die Schauenburger Apothekerin Kornelia Hellmuth. Gehälter, Strom- und andere Fixkosten seien dagegen gestiegen. Hellmuth vertritt die 121 Apotheken in Stadt und Kreis Kassel.

Die Arbeit der Apotheker sei wesentlich aufwendiger und komplexer geworden, sagt die Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, Erika Fink. Dies habe einen erhöhten Personalbedarf zur Folge. Die aktuelle Betriebsordnung für Apotheken schreibe zudem mehr Räume vor bei der Herstellung von Arzneimitteln und der Versorgung von Altenheimen. Dies könnten viele wegen hoher Mieten nicht leisten. „Wenn gleichzeitig die Aufschläge gekürzt werden, kommt man in die Bredouille.“ Die Folge sei eine Konzentration, bei der nur die großen Apotheken überlebten.

Von Ellen Schwaab

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