Pharmazeutisch-technische Assistenten: Kreis zahlt Defizit

Apotheker zahlen nicht für Ausbildung

Kassel. 300 Apotheken in Nordhessen greifen gerne auf die in Kassel gut ausgebildeten Pharmazeutisch-Technische Assistenten zurück (PTA). Doch lediglich ein Drittel von ihnen zahlt einen freiwilligen Obolus von jährlich 62 Euro. an einen Förderverein. 200 halten sich zurück.

Für Reiner Heine, Leiter der PTA-Schule in Oberzwehren, ist dieses Verhalten unverständlich vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Der Förderverein zahlt bislang jährlich 10 000 Euro. Das Geld kommt der Arbeitsförderungsgesellschaft des Landkreises Kassel (Agil), dem Träger der Schule mit 128 Plätzen. Die staatlich anerkannte Lehranstalt für Pharmazeutisch-Technische Assistenen in Kassel-Oberzwehren sorgt seit ihrer Gründung 1968 für gut ausgebildete Fachkräfte. Sie ist ein verlässlicher Partner für die Apotheken. Genauso verlässlich stellt sich aber die Frage nach der Finanzierung.

Die Lücke schließt Jahr für Jahr der Landkreis. Dabei handelt es sich um freiwillige Leistungen, die das RP als Finanzaufsicht für die hoch verschuldeten Landkreise und Städte mit Argusaugen betrachtet.

Die PTA-Schule wird weitgehend mit Geld vom Land, Europäischem Sozialfonds sowie Schulgeld der Azubis finanziert. Doch die Apotheker bleiben bei der Finanzierung weitgehend außen vor. Sie übernehmen ausschließlich die Kosten für das halbjährige Praktikum, das sich der zweijährigen Ausbildung anschließt.

Der Grund: PTA‘s werden nicht in dem hessischen Heilberufe-Gesetz genannt, das die Berufsausübung und Weiterbildung in den Gesundheitsberufen regelt.

Damit kann das Defizit aber nur geringfügig gemildert werden: Eine Abdeckung von 40 000 Euro hat der Kreis für 2010 eingeplant, für 2011 sind es 25 000 Euro. Die Apotheker sind über die Situation auch nicht glücklich. Sie sähen die PTA-Ausbildung lieber an einer Berufsschule.

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Rubriklistenbild: © dpa

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