Mit Smartphones gegen Verkehrssünder

Polizei verteilt Strafzettel jetzt mit einer App über das Diensthandy

+
Handlicher Helfer: Der Polizeibeamte Matthias Franz kann mit seinem Dienst-Smartphone nun ganz einfach Verkehrsverstöße erfassen, wie zum Beispiel das Parken im absoluten Halteverbot.

Kassel. Block und Stift waren gestern: 400 Polizisten des Polizeipräsidiums Nordhessen sind nicht nur an der Waffe ausgebildet, sondern auch an der neuen Knöllchen-App.

Seit Montag nutzen sie ihre Dienst-Smartphones, um Parkverstöße und andere Ordnungswidrigkeiten zu ahnden. Das System, das in ganz Hessen eingesetzt wird, spart vor allem der Zentralen Bußgeldstelle am Regierungspräsidium Kassel viel Bürokratie und Papier.

Wie funktioniert das System mit der Knöllchen App?

Mit der neuen Knöllchen-App, die offiziell „owi21 to go“ heißt, können die Beamten mithilfe ihres Dienst-Smartphones digitale Strafzettel ausstellen. Wenn sie beispielsweise einen Falschparker aufschreiben wollen oder eine abgelaufene HU-Plakette entdecken, müssen sie nur noch ihr Dienst-Smartphone zücken und können loslegen. 

In der App können die Polizisten das Kennzeichen notieren, aus einer Liste einen Verstoß auswählen und auch gleich ein Beweisfoto an den Vorgang anhängen.

Was sind die Vorteile der App für Strafzettel?

Es verursacht deutlich weniger Papier. Früher fielen in der Zentralen Bußgeldstelle am RP Kassel, die hessenweit für Verkehrsordnungswidrigkeiten zuständig ist, die von der Polizei und den Ordnungsämtern angezeigt wurden, riesige Aktenberge an. Mit der Entwicklung von „owi 21“ wurde dieser Berg deutlich reduziert. 

„Durch die Erfassung mit dem Smartphone haben wir deutlich weniger Probleme mit unleserlichen Handschriften der Kollegen. Und mit der Möglichkeit, Bilder anzuhängen, gibt es zugleich eine klare Beweisführung“, zählt Polizeisprecher Jürgen Wolf weitere Vorzüge auf.

owi21 to go:Strafzettel schreiben leicht gemacht: Über ihre Smartphones können die Polizisten den Verstoß aus einer Liste auswählen.

Kam die digitale Umstellung der Bußgeldverfahren  erst jetzt?

Nein, seit 2004 wird die Software von der Zentralen Bußgeldstelle eingesetzt. Seitdem werden alle Vorgänge nur noch virtuell am Computer bearbeitet. Bis 2006 gab es parallel noch eine Papierakte. Weil das System so erfolgreich war, hat es das Land Hessen an sechs Bundesländer verkauft.

Neu ist aber die mobile Version für das Smartphone. So fällt auch bei den Polizei- und Ordnungsbeamten auf der Straße kein Papier mehr an. Das Kasseler Ordnungsamt setzt das System aber noch nicht ein.

Was ändert sich für betroffenen Autofahrer?

Die Autofahrer werden bei Verstößen wie dem Falschparken zwar weiterhin ein Knöllchen hinter der Windschutzscheibe finden und auch auf dem normalen Postweg über die Anzeige informiert. Allerdings finden sie in dem Bußgeldbescheid, der ihnen per Post zugeht, Passwort- und Log-in-Daten, mit denen sie sich den Vorgang über das Internet anschauen können. Dort finden sie auch die zugehörigen Beweismittel wie Fotos und Videos. 

So können die Betroffenen leichter die Vorwürfe prüfen und direkt darauf antworten. Auch das Bezahlen des Bußgeldes ist online via Paypal und Kreditkarte möglich. Zudem geht die papierlose Bearbeitung der Verstöße insgesamt schneller als früher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.