Appell der Stadtverordneten: Hessentag soll umweltbewusst sein

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Müll vermeiden: Zum Kasseler Hessentag 2013 soll besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeit gelegt werden. Unser Foto entstand beim Lullusfest in Bad Hersfeld im vergangenen Jahr.

Kassel. Der Hessentag 2013 in Kassel soll besonders klima- und umweltbewusst verlaufen. Das ist der Wunsch der Kasseler Stadtverordneten. In einem gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen heißt es, dass bei allen Akteuren für dieses Ziel geworben werden soll.

Allerdings, so wird betont, dürfe nicht die Wirtschaftlichkeit außer Acht gelassen werden. „Der Hessentag als Großveranstaltung ist ein gut geeignetes Forum, um die Auswirkungen auf Klima und Umwelt, die die bis zu einer Million Besucher verursachen, transparent zu machen und Maßnahmen zur Reduzierung anzubieten“, heißt es in dem Antrag.

Als „Handlungsräume“ werden die Bereiche Mobilität und Transport, Gastronomie und Verpflegung, Energie und Klimaschutz, Abfall und Wasser genannt. Unter den Bereichen werden Stichworte aufgezählt. So ist unter „Mobilität und Transport“ zu lesen: ÖPNV-Angebot, Mitfahrbörsen, Förderung des Radverkehrs, Vorhaben zur Reduzierung der logistischen Aufwände. Unter „Gastronomie und Verpflegung: Berücksichtigung von Klimaschutzkriterien bei der Auswahl der Lebensmittel (regionale Erzeugnisse, Bio-Gerichte, fleischarme oder vegetarische Gerichte, saisonale Angebote, Nutzung besonders energiesparender Geräte zur Lagerung und Verarbeitung von Speisen, Reduzierung oder Vermeidung von Plastik- und Einweggeschirr).

Nachhaltigkeit müsse schon bei der Planung des Hessentags angeboten werden, sagte Harry Völler (SPD). Das sei eine Image-Frage und könne dazu beitragen, Kosten zu senken und Besucher zu begeistern. Der Antrag sei als Handlungsrahmen gedacht, sagte Eva Koch (Grüne): „Wir wollen kein zu enges Korsett anlegen.“

In den Antrag aufgenommen wurden Teile eines Änderungsantrags der CDU, die unter dem Stichwort „Mobilität und Transport“ den Vorschlag einbrachte, für „ein gutes Parkleitsystem“ zu sorgen, damit Park-Such-Verkehr mit hoher CO2- und Lärmemission verringert werde. All das sollte eigentlich selbstverständlich sein, meinte Marcus Leitschuh (CDU). Trotzdem gehe es darum, „Zeichen zu setzen“. Für Norbert Domes (Linke) hat der Antrag „zu starken Appellcharakter“: „Er formuliert nur Selbstverständlichkeiten.“

Die Vorschläge der Linken, etwa temporäre Fahrradstraßen und -stellplätze einzurichten oder für eintrittspflichtige Veranstaltungen ausschließlich Kombitickets anzubieten, die zur Nutzung des Regionalverkehrs in Hessen berechtigen, wurden abgelehnt. Ebenso abgelehnt wurde der Vorschlag der Piraten, über ein „fahrscheinloses ÖPNV-Angebot“ nachzudenken. „Seit 2006 habe ich auf keinem Hessentag Plastikgeschirr vorgefunden“, sagte Heinz-Gunter Drubel (FDP) und kritisierte zu viele Vorschriften. Gegen die Stimmen der FDP wurde der Antrag angenommen.

Von Christina Hein

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