Steine am Herkules marode

Arbeiten am Herkules in schwindelerregender Höhe

Kranführer Michael Schafhaupt sitzt 50 Meter unterhalb der Baustelle an der Herkules-Pyramide in seiner Kabine. Von hier kann er nicht sehen, was oben passiert. Er wird per Funk von seinem Kollegen Christopher Hug ferngesteuert.

„Das ist blindes Vertrauen“, sagt Michael Schafhaupt und befolgt die Anweisungen von oben. Noch ein paar Zentimeter höher soll er den 500 Kilogramm schweren Tuffstein anheben, damit er genau in die vorgesehene Lücke passt.

Die vielen hundert Menschen, die gestern zu den Wasserspielen kamen, schauten immer mal wieder hinauf zu dem riesigen Kran. Fast so interessant wie das sprudelnde Wasser auf den Kaskaden war das. „Wir sind schneller voran gekommen als ursprünglich geplant, das Wetter hat dann doch noch mitgespielt“, sagt Bauleiter Heinz Wirdl von Hessischen Baumanagement. 

Riesenkran der Firma Regel am Herkules

Am Mittwoch  haben die Steinmetze schon die ersten neuen Steine für die Pyramide, auf der der Herkules steht, angepasst. Der Kran wurde aber in erster Linie dafür gebraucht, verwitterte Steine für die Restaurierung nach unten zu transportieren. Bis zu 1,5 Tonnen sind sie schwer und werden jetzt am Boden eine gute Woche lang bearbeitet. Einige sind so verwittert, dass sie gegen neues Material ausgetauscht werden müssen.

Der 80-Tonnen-Kran, den man selbst aus der Stadt heraus neben dem Herkules erkennen konnte, hebt die schwere Last bis zu 69 Meter in die Höhe. Eine außergewöhnliche Baustelle sei das, sagt selbst der erfahrene Kranführer, der auch schon an der neuen Haupttribüne des Auestadions im Einsatz war. In der Woche vom 13. bis 17. September kommt Michael Schafhaupt mit seinem Kran zurück an den Herkules. Dann werden die überarbeiteten und die neuen Steine wieder in die Pyramide eingesetzt. In dieser Woche sind Teile des Herkules für Besucher gesperrt.

 Der Weg um den Herkules mit dem Zugang zu den Kaskaden bleibt aber offen. Pyramide mit Ausblick Die Sanierung der Pyramide wird noch bis zum Frühjahr 2011 dauern. Dann bietet Kassels Wahrzeichen eine neue Attraktion. Über eine Wendeltreppe werden die Besucher bis in den oberen Bereich der Pyramide gehen können.

Durch die neuen Fenster in dem Mauerwerk - bisher waren die Öffnungen mit Brettern verschlossen - hat man dann einen herrlichen Blick in alle vier Himmelsrichtungen. (tos)

Rubriklistenbild: © HNA/Fischer

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