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Arbeiten bei Minusgraden: Diese Kasseler halten es draußen in der Kälte aus

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Wenn die Temperaturen unter null sinken, müssen manche Menschen trotzdem draußen in der Kälte arbeiten. Diese Kassler arbeiten auch bei Minusgraden.

Kassel – Der Kälteeinbruch hat zuletzt für Wintertage wie aus dem Bilderbuch gesorgt, aber auch für Bibbern und Zittern. Bei Minusgraden Schlitten zu fahren oder spazieren zu gehen, mag noch gut auszuhalten sein – schließlich ist man immer in Bewegung. Doch wie gehen diejenigen mit dem eisigen Winterwetter um, deren Arbeitsalltag vollständig in der Kälte stattfindet?

„Man muss wirklich dafür gemacht sein“, antwortet Florian Thiele, der unter der Woche täglich von 9.30 bis 20 Uhr das Riesenrad Nier auf dem Märchenweihnachtsmarkt betreut. An Wochenenden arbeite er noch länger. „Ich mache das schon seit meiner Kindheit, da hat man das einfach im Blut.“

Doch auch der 32-Jährige hat seine Tricks, um der Kälte während des langen Arbeitstages standzuhalten. Mit zwei Pullovern, einer Strickjacke sowie einer dicken Überjacke trotzt er den Minusgraden. Zwischendurch helfe auch ein Kinderpunsch oder eine Kälteauszeit im warmen Kassenhäuschen. „Ansonsten muss man sich eben durchbeißen“, sagt Thiele.

Arbeiten bei Minusgraden in Kassel: der Glühwein und Zwiebellook helfen

Eine ähnliche Taktik haben Sandra Brökelmann und Anne Minnemann vom Weihnachtsbaum-Taxi. Jeden Morgen bringen sie sich Tee in ihren Thermoskannen mit, und auch für wärmenden Glühwein ist in ihrem Hüttchen bei der Shell-Tankstelle an der Wilhelmshöher Allee gesorgt.

„Als es hier minus sieben Grad waren, hab ich das nicht gemerkt“, so Minnemann. Das läge vor allem am „Zwiebellook“ und daran, dass mit dem Schleppen und Aufbereiten der Weihnachtsbäume viel Bewegung einhergehe. „Wenn wir dann wirklich mal nur auf Kunden warten, dann suchen wir uns eben eine Aufgabe, die warm hält“, verrät die 30-Jährige.

Tee, Glühwein und Kekse: Wenn es ihnen zu kalt wird, wärmen sich Sandra Brökelmann (links) und Anne Minnemann mit heißen Getränken auf.
Tee, Glühwein und Kekse: Wenn es ihnen zu kalt wird, wärmen sich Sandra Brökelmann (links) und Anne Minnemann mit heißen Getränken auf. © Adriana Strehl

Bei Minusgraden in Kassel draußen: „Und wir haben Spaß an unserem Job“

Vorteilhaft sei auch der Rindenmulch, der den Platz bedeckt und die Füße wärmt. Wofür sie jedoch noch keine Lösung gefunden habe: für die triefende Nase. „Wir wollen unsere Kunden anlächeln können und uns nicht vermummen, aber die Nase ist dann immer kalt“, sagt Minnemann.

Obwohl auch der Schausteller Stefan Meißner von Bodems Kinderparadies die Möglichkeit hat, sich in das Kassenhaus zurückzuziehen, verzichtet er bewusst darauf. Die Umstellung vom Warmen ins Kalte sei schlechter auszuhalten, als durchgehend draußen in der Kälte auszuharren. „Wir sind sowieso daran gewöhnt“, sagt Meißner. „Und wir haben Spaß an unserem Job.“ Er lächelt wie zum Beweis dafür. (Adriana Strehl)

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