Bauwerk stammt wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert

Arbeiten an der Trompete: Alter Kanal hat Bau aufgehalten

Kassel. Die großen Rohre mit einem Durchmesser von 1,40 Meter und die Baumaschinen am Straßenrand sieht jeder. „Der größte Teil der Arbeit findet aber unterirdisch statt“, sagt Uwe Neuschäfer, der stellvertretende Leiter von Kasselwasser. Ein Ausflug unter die Baustelle an der Trompete in Kassel.

Wie beim Tunnelbau in den Bergen fräst sich ein Bohrer, den die Fachleute Schneidschuh nennen, durch den schwierigen Untergrund an der Kreuzung Frankfurter Straße/Fünffensterstraße. Schwierig deshalb, weil es hier eine Mischung aus Sandstein, Kriegstrümmern und alten Gemäuern aus der Gründerzeit der Oberneustadt gibt.

Bis zu sieben Meter unter der Oberfläche werden die neuen Kanäle gebaut, die ihre über 100 Jahre alten Vorgänger ersetzen.

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Für die Planung der komplizierten Baustelle, bei der es vom Autoverkehr bis zum Schutz der Beuys-Bäume und der Rücksicht auf jede Menge Hausanschlüsse vieles zu bedenken gab, haben die Fachleute auch auf historische Karten zurückgegriffen. „Trotzdem gab es eine Überraschung“, sagt Planer Frank Koch. Mitten in den Bauarbeiten stieß man auf einen Kanal, den es laut Plan eigentlich gar nicht hätte geben dürfen. Vermutlich wurde der während der Gründung der Oberneustadt durch Paul du Ry im frühen 18. Jahrhundert gebaut. In der ältesten überlieferten Karte von 1870 war er nicht eingezeichnet. Mittlerweile wurde der Verlauf genau dokumentiert und der Kanal mit Erde gefüllt.

So soll verhindert werden, dass Hohlräume instabil werden und sich die Straße plötzlich senkt. Auf die Baukosten von 1,2 Millionen Euro hat sich das kaum ausgewirkt, auf die Bauzeit schon. Denn die Baustelle vor dem Hoelkeschen Haus und die Sperrung der Friedrichsstraße hätten eigentlich schon längst beendet sein sollen. Jetzt wird alles vier Wochen später fertig.

Von Thomas Siemon

Fotos von der Baustelle

Baustelle an der Trompete kommt voran

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