Neue Flughafen-Chefin Maria Anna Muller tritt ihren Job am 3. September an

Sie arbeitet am Flugplan

Ist vom Erfolg des neuen Flughafens Kassel-Calden überzeugt: Maria Anna Muller. Zurzeit arbeitet sie schon daran, einen Flugplan zu erstellen. Der soll in wenigen Wochen fertig sein. Foto:  dpa

Kassel. Maria Anna Muller ist pragmatisch veranlagt. Für sie ist die Sache ganz einfach: „Das ist hier eine Boom-Region. Kassel hat einen großen Bahnhof und Autobahnen. Und künftig auch einen Flughafen. Punkt.“

Dass der funktioniert, dafür soll Maria Anna Muller, die neue Chefin in Kassel-Calden, sorgen. Die Erwartungen sind groß. Sie gilt als hervorragende Vertrieblerin, die in der Luftfahrtbranche viele kennt. Das scheint zu stimmen. Als wir uns in einem Kasseler Restaurant treffen, tönt es vom Nachbartisch: „Das ist doch die Frau Muller.“ Stimmt. Der Gast von nebenan kennt sie vom Flughafen Hahn.

Dort war die 52-Jährige ein paar Jahre, ebenso wie bei verschiedenen Airlines, bis sie im Chefsessel des Rostocker Flughafens Platz nahm. Dort bescheinigt man der Hobby-Golferin, mit Erfolg gearbeitet zu haben. „Ohne Rostock“, sagt Maria Anna Muller - die fehlenden ü-Tüpfelchen sind Ergebnis einer gescheiterten Ehe mit einem Franzosen -, „hätte ich Calden nicht bekommen.“ Sie bewarb sich nicht, sondern wurde gefragt.

„Ich habe eine klare Linie: Bekannt gegeben wird nur das, was auch unterschrieben ist.“

Maria Anna Muller

Der 3. September ist ihr offiziell erster Arbeitstag im Büro am alten Kasseler Flughafen, aber schon seit geraumer Zeit ist die kleine, energiegeladene Frau dabei, einen Flugplan für Calden zu erstellen. Er soll bis spätestens Mitte September fertig sein. Wer genau regelmäßig wohin fliegt, will sie noch nicht sagen. „Ich habe eine klare Linie: Bekannt gegeben wird nur das, was auch unterschrieben ist.“

Handeln statt Schwätzen ist die Devise der geborenen Baden-Württembergerin. Das vor allem liebt die Hobby-Pilotin am Fliegen: „Da quatscht dich keiner voll, da sind Entscheidungen gefragt. Und man merkt, dass die Natur stärker ist als man selbst.“

Obwohl Maria Anna Muller nun nicht über den Flugplan schwätzt, ist aus dem Umfeld des Flughafens einiges zu hören. Sicher scheint, dass die Airline Germania regelmäßig fliegen wird - jeden Tag, in der Saison vielleicht auch drei Mal in der Woche zu den klassischen Zielen wie Mallorca oder auf die Kanaren. Andere Gesellschaften werden in die Türkei fliegen. Über Istanbul könnten auch Dubai und der asiatische Raum angebunden werden. Und es soll auch Städteverbindungen geben.

Eine Macherin

Sicher ist, dass Maria Anna Muller die Ärmel hochkrempeln und schuften wird. Ohne Federlesens, ohne Umwege. Sie ist eine Macherin. Als Maria Anna Muller in den 80er-Jahren bei einer Fluggesellschaft arbeitete, finanzierte sie ihren Pilotenschein, indem sie nebenbei in einem Bankiershaushalt putzte.

Das ist lange her. Heute hat sie das nicht mehr nötig. Ihr geht es gut. Wie den meisten von uns, findet Maria Anna Muller. Die Kritik am neuen Flughafen kann sie nicht verstehen. „Der Flughafen wird die Region weiter voranbringen“, sagt sie. Und von Rostock aus betrachtet sei Nordhessen sowieso schon eine wohlhabende Region.

Von Indien aus gesehen erst recht. Dort war sie im Urlaub, um Kraft zu tanken für den neuen Job in Kassel-Calden.

Von Frank Thonicke

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