Agentur hilft wieder häufiger mit Zuschüssen für Selbstständigkeit

Trend: Eigener Chef statt Arbeitslosigkeit

Kassel. Im Raum Kassel wagen wieder mehr arbeitslose Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit mithilfe der Agentur für Arbeit.

Im März wurden 229 Stadt- und Landkreisbewohner mit einem Gründungszuschuss bei ihren Geschäftsprojekten unterstützt. Das waren gut dreimal so viele wie im Vorjahreszeitraum (74).

Seit die Bundesregierung Anfang 2012 die Bedingungen für den Zuschuss verschärft hatte, wurden Monat für Monat weniger Gründungsvorhaben als förderwürdig anerkannt. Die Industrie- und Handelskammer in Kassel (IHK) hatte dies als unternehmerfeindlich kritisiert.

Nach dem Tiefststand im Frühjahr 2013 geht es aber wieder stetig bergauf bei den Existenzgründungen mit finanzieller Hilfe durch die Arbeitsagentur. Die schaut inzwischen genauer hin, ob die Geschäftsideen dauerhaft Aussicht auf Erfolg haben.

Den früheren Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht mehr. „Wir möchten nicht, dass die Leute sich verrennen und nachher mit hohen Schulden dasitzen“, sagte Agentursprecherin Silke Sennhenn. Nach der Neuregelung sei es nicht mehr möglich, sich erst kurz vor Auslaufen des Arbeitslosengeldes in ein schlecht überlegtes Gründungsabenteuer zu stürzen. Wer die Förderung wolle, müsse sich frühzeitiger Gedanken machen, ein detailliertes Geschäftskonzept vorlegen und dessen Tragfähigkeit auch von IHK oder Handwerkskammer überprüfen lassen.

Vier von fünf Gründungsprojekten sind laut Arbeitsagentur auf längere Sicht erfolgreich. Gefördert würden vor allem Ideen, die Marktnischen bedienen – Beispiele: eine Hundekuchenbäckerei oder eine Fahrradwerkstatt, die alte Räder zu edlen Design-Flitzern restauriert. Das Interesse an Firmengründungen sei vor ein paar Jahren aber noch deutlich höher gewesen, sagt die IHK.

Das liege an der guten Wirtschaftsentwicklung der Region: Als Alternative zum Schritt in die Selbstständigkeit seien inzwischen mehr attraktive Angestelltenjobs auf dem Markt.

Von Axel Schwarz

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