Hochhaus am Grünen Weg wird aufgegeben 

Arbeitsagentur zieht an die Wolfhager Straße in Kassel: Neubau kostet Millionen 

Die Agentur für Arbeit in Kassel verlässt 2020 nach über 40 Jahren ihren bisherigen Standort im Grünen Weg unterhalb des Kulturbahnhofs und zieht an die Wolfhager Straße um.

Dort soll neben dem im Bau befindlichen Jobcenter der Stadt Kassel ein weiterer funktionaler Gebäudekomplex in ähnlicher Bauweise und Optik entstehen.

Am Dienstag stellten Agenturchef Detlef Hesse und der Investor Mark Straßberger das Millionenprojekt vor. Zur Höhe der Investition machten der Geschäftsführer des gleichnamigen Bielefelder Immobilienunternehmens und Hesse unter Hinweis auf entsprechende Stillschweigeklauseln keine Angaben. Nach überschlägigen Berechnungen der HNA dürfte die Summe aber im unteren zweistelligen Millionenbereich liegen.

Jobcenter Kassel wird gerade gebaut

Straßberger baut derzeit auch das neue Jobcenter. Diese Immobilie und die neue Agentur wird er für einen „ortsüblichen Mitzins“ langfristig an die Nutzer vermieten, die Gebäude bewirtschaften und in Schuss halten. Straßberger hofft, in der zweite Hälfte kommenden Jahres mit den umfangreichen Bauarbeiten beginnen zu können.

Gleichzeitig erwirbt der Bielefelder den jetzigen Standort von der Bundesagentur für Arbeit im Grünen Weg. Was er damit vor hat, verrät Straßberger noch nicht. Sicher aber sei, dass man ihn selbst vermarkten werde, sagte er. Ob das 13-stöckige, Mitte der 70er-Jahre errichtete Hochhaus abgerissen oder saniert wird, ließ der 44-jährige Unternehmer offen. Nur so viel: „Es gibt etliche Interessenten für den Standort“, betonte er.

Der Neubau der Arbeitsagentur befördert die Stadtentwicklung in jenem Bereich – sowohl am alten Standort unterhalb des geplanten Neubaus des Fraunhofer-Instituts als auch am neuen an der Wolfhager Straße, wo mit Jobcenter und Agentur ein städtebaulicher Schandfleck verschwindet.

Arbeitsagentur Kassel - Das alte Gebäude

Das Gebäude der Kasseler Arbeitsagentur im Grünen Weg ist in die Jahre gekommen. Und alles andere als schön: Das 13-stöckige Hochhaus, das Mitte der 70er-Jahre unterhalb des heutigen Kulturbahnhofs entstand, passt nicht mehr so recht ins Stadtbild. Aber viel schlimmer als die Optik sind die Probleme mit der Haustechnik. „Das Gebäude entspricht längst nicht mehr den technischen und energetischen Anforderungen“, erklärt Agenturchef Detlef Hesse unter Hinweis auf die marode, ineffiziente Heizung, undichte Fenster, mangelnde Isolierung und Kühlung und häufig defekte Aufzüge – ganz zu schweigen von der völlig fehlenden Barrierefreiheit in und rund ums Gebäude. Und: „Die Unterhaltungskosten steigen ständig“, sagt Hesse.

Die alte Agentur: Das Hauptgebäude und der Anbau rechts entstanden Mitte der 70er-, der Anbau links Mitte der 80er-Jahre. Unten links ist das Polizeipräsidium zu sehen.

Daher freuen sich 420 Mitarbeiter mit ihm auf den Umzug ins neue Domizil an der Wolfhager Straße. Denn neben den Beschäftigten im Grünen Weg zieht auch die fürs Kindergeld zuständige Familienkasse, die derweil in gemieteten Räumen in der Dresdner Straße 1 sitzt, ins neue Gebäude. Davon und von der künftigen Nähe zum neuen Jobcenter, das derzeit auf demselben Gelände entlang der Wolfhager Straße entsteht, verspricht sich der Agenturleiter erhebliche Synergie-Effekte im täglichen Arbeitsablauf. Profitieren sollen auch die Kunden der Agentur. „Die haben Anspruch auf ein offenes, helles Gebäude, in denen optimale Beratungsbedingungen herrschen“, so Hesse.

Neue Arbeitsagentur Kassel

Auf 11.000 Quadratmetern Grundfläche sind 10.500 Quadratmeter Bürofläche geplant – verteilt auf das Erdgeschoss und den vier Etagen darüber. Die Optik wird zeitlos-schlicht, aber ansprechend – wie die des benachbarten Jobcenters, das in diesem Herbst noch mit dem Umzug beginnt. Dort betreuen künftig 300 Mitarbeiter die Bezieher von Arbeitlosengeld II und andere Leistungsempfänger in der Stadt. Center und die vom Bund geführte Agentur arbeiten eng zusammen.

Investor und Bauherr, der Bielefelder Immobilienentwickler Straßberger, will wie beim Jobcenter-Neubau vor allem heimische Firmen beauftragen. „Das ist uns sehr wichtig“, betont der Geschäftsführer der familiengeführten Gruppe, Mark Straßberger. Sie plant, finanziert und setzt große Immobilienprojekte um und beschäftigt an ihrem Stammsitz zehn Mitarbeiter.

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