Fördergesellschaft ermöglicht Vorstellungsbesuch für Bedürftige

Arbeitslose dürfen für drei Euro ins Theater

Kassel. Menschen ohne eigenes Einkommen einen Theaterbesuch ermöglichen: Das will die Fördergesellschaft des Kasseler Staatstheaters mit einer neuen Aktion:

Arbeitssuchende und Hartz-IV-Empfänger können ab sofort für drei Euro in ausgewählte Vorstellungen in Opern- oder Schauspielhaus gehen. Für die Studiobühne tif kostet der so geförderte Eintritt nur zwei Euro. Das teilte Fördergesellschafts-Vorsitzender Hans-Dieter Müller mit.

„Wir fördern seit 2007 Theaterbesuche für Kinder und Jugendliche – an die Gruppe derjenigen ohne Einkommen haben wir bisher nicht gedacht“, sagte er. Die Fördergesellschaft (FG) stellt pro Jahr insgesamt 10 000 Euro für diese Aktion bereit.

Hans-Dieter Müller

Die 450 Mitglieder des gemeinnützigen Vereins bringen das Geld aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden auf. Die Ehrenamtlichen stehen zudem an den Abenden mit geförderten Vorstellungen im Theater an einem Stand und geben die Karten aus.

Berechtigte müssen sich dort mit ihrer Behördenbescheinigung ausweisen. Sie erhalten je nach Verfügbarkeit die Karten zum ermäßigten Preis, die Fördergesellschaft übernimmt die Differenz zum Ticketpreis. Für das Theater soll es keine Einbußen geben.

Bis Saisonende sind acht Vorstellungen mit je 40 geförderten Plätzen für Arbeitslose sowie Jugendliche unter 18 Jahren vorgesehen. Darunter sind Friedrich Schillers „Jungfrau von Orléans“, der Tanzabend „100 000 Superstars“ und das 6. Sinfoniekonzert.

Regulär kann man ab 7,50 Euro zum Schauspiel und ab 8,50 Euro zu musikalischen Werken gehen. Kasseler Studierende haben freien Eintritt, das Theater bietet zudem Ermäßigungen für Bedürftige ab 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Die geförderten Vorstellungen

Die Fördergesellschaft des Staatstheaters ermöglicht besonders verbilligten Eintritt für Hartz-IV-Empfänger und Jugendliche zu folgenden Terminen: • 12. April: Die Jungfrau von Orléans, Schauspielhaus • 18. April: 6. Sinfoniekonzert, Stadthalle • 23. April: 100 000 Superstars, Opernhaus (Tanz) • 24. April: Dantons Tod, Schauspielhaus • 3. Mai: 100 000 Superstars, Opernhaus • 10. Mai: Der Impresario von Smyrna, Schauspielhaus • 17. Mai: Ab Jetzt, tif • 29. Mai: Lucky Happiness Golden Express, Schauspielhaus

Das sagt Theaterintendant Thomas Bockelmann

„Den Vorstoß der Fördergesellschaft, Hartz-IV-Empfängern einen besonders günstigen Theatereintritt zu ermöglichen, begrüßen wir sehr. Die FG hat seit 2007 schon über 17 000 Besuche unterstützt - bisher für Jugendliche. Toll, dass das nun ausgeweitet wird. Darüber hinaus gilt: Wenn wir Eintrittspreise erhöhen müssen, bemühen wir uns, das vor allem bei teureren Kartenkategorien zu tun. Oft sind bei uns erst die billigeren Ticktets weg. Uns ist wichtig, dass der Besuch kultureller Veranstaltungen nicht nur vom Geldbeutel abhängig ist. “ (fra)

Eintrittspreise

Ermäßigungen am Staatstheater Zwar bietet die Fördergesellschaft mit ihren Sonderaktionen die günstigsten Eintrittspreise an, es gibt aber auch regulär viele Ermäßigungen am Kasseler Staatstheater. Verbilligte Eintrittspreise gibt es nach Auskunft von Renate Wolski vom Abobüro jeweils 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn (Last-Minute-Ticket) bei noch nicht ausverkauften Veranstaltungen.

Berechtigt sind Schüler, Auszubildende bis 30, Studierende (außer aus Kassel), Schwerbehinderte, Wehr- und Bundesfreiwilligendienstleistende sowie Hartz-IV-Empfänger. Sie bezahlen sechs Euro im Schauspiel- und neun Euro im Opernhaus. Studierende der Uni Kassel haben freien Eintritt ins Theater mit dem Kulturticket. (fra)

Mehr dazu in der gedrucken Hessischen Allgemeinen von Mittwoch.

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