Stadt Kassel: Niedrigste Juni-Quote seit über 30 Jahren

Quote liegt bei 6,6 Prozent: Arbeitslosigkeit in Kassel weiter gesunken

Kassel. Normalerweise verbindet man mit einer Talfahrt etwas Negatives. Der Sinkflug der Arbeitslosenzahlen in der Region gibt allerdings weiter Anlass zur Freude.

Im Agenturbezirk Kassel ist die Arbeitslosigkeit im Juni weiter gesunken und liegt jetzt bei 6,6 Prozent (Vorjahr: 6,9).

Für die Stadt Kassel vermeldet die Arbeitsagentur mit aktuell 9,2 Prozent (Vorjahr: 9,6) die niedrigste Juni-Quote seit über 30 Jahren. Nur im vergangenen November wurde dieser Rekordwert schon einmal erreicht. Wie viel in den vergangenen Jahren passiert ist, wird deutlich, wenn man die Juni-Quote vor zehn Jahren betrachtet: Damals betrug die Arbeitslosigkeit in Kassel noch 19,5 Prozent.

Der Herbst kann es bringen

Während vor knapp vier Jahren in der Stadt erstmal die Zehn-Prozent-Marke geknackt worden ist, könnte bei der Arbeitslosenquote nun bald sogar eine 8 vor dem Komma stehen. Nach Berechnungen der Arbeitsagentur müsste die Zahl der Arbeitslosen in Kassel dafür noch um weitere 110 Personen sinken. Aktuell sind in der Stadt 9483 Menschen arbeitslos gemeldet.

In der Ferienzeit im Sommer steigt die Arbeitslosigkeit zwar üblicherweise leicht an. Der zu erwartende Saisonaufschwung im Herbst könnte aber den entscheidenden Impuls bringen, um erstmals unter neun Prozent zu rutschen.

Der Landkreis Kassel steht traditionell deutlich besser da als die Stadt: Hier liegt die Quote jetzt bei 4,6 Prozent (Vorjahr: 5,0). Den Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juni führt Agenturchef Detlef Hesse noch auf die Ausläufer der Frühjahrsbelebung zurück. Erfreulich sei, dass von der anhaltend guten Konjunktur nahezu alle Personengruppen - Junge wie Alte, Männer wie Frauen - profitiert hätten. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr sei allerdings bei Ausländern zu verzeichnen. Derzeit sind im Agenturbezirk 3811 Menschen ohne deutschen Pass arbeitslos gemeldet. Das sind 6,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Mehr arbeitslose Ausländer

Oftmals sei es schwieriger, den Betroffenen Jobs zu vermitteln, sagt Agenturchef Hesse. Häufig stellten mangelnde Sprachkenntnisse eine Hürde dar, zum Teil hätten die Menschen keinen Berufabschluss oder ihre Qualifikation werde hier nicht anerkannt. „So dürfte die berufliche Integration von Menschen, die aus Krisen- und Kriegsgebieten nach Deutschland geflüchtet sind, eine besondere Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft darstellen“, sagt Hesse.

Viele freie Stellen

Jobs gibt es eigentlich genug - einige Branchen leiden sogar zunehmend unter Personalengpässen. Allein im Juni sind der Arbeitsagentur 1155 neue Stellen gemeldet worden. Damit liegen aktuell über 2900 Jobangebote vor - das sind 18,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gesucht werden vor allem Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden und im Bau-Gewerbe, im Einzelhandel, der Gastronomie. 

Rubriklistenbild: © dpa

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