Top-Quote für den Juli

Arbeitsmarkt spürt Abbau bei SMA nicht

Kassel. Der massive Stellenabbau bei SMA fällt aus Sicht des Arbeitsmarktes kaum ins Gewicht. Bis zum 30. Juni hat der Solartechnik-Hersteller aus Niestetal 640 der angekündigten 1300 Stellen sozialverträglich gestrichen, und die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli im Agenturbezirk Kassel nur saisonüblich gestiegen um 562 auf aktuell 19.068.

Fast zwei Drittel der Neuzugänge sind jünger als 25, was beweist, dass vor allem das Ende der schulischen oder beruflichen Ausbildung zu der jahreszeitlichen Zunahme der Arbeitslosigkeit geführt hat. Offenbar haben die betroffenen SMA-Beschäftigten neue Jobs gefunden, sich selbstständig gemacht, eine Fortbildung oder ein Studium angetreten oder sind in ihre Heimatorte zurückgezogen, woher sie vor Jahren gekommen waren.

Aktualisiert
um 19.48 Uhr.

Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr, in welch robuster Verfassung sich der nordhessische Arbeitsmarkt befindet. Die Erwerbslosenquote sowohl in Stadt und Landkreis Kassel als auch im Werra-Meißner-Kreis ist die niedrigste in einem Juli seit mehr als 30 Jahren, und der stellvertretende Leiter der Kasseler Arbeitsagentur, Michael Schubert, rechnet spätestens im September mit einer weiteren Belebung. Gerade die jungen Menschen dürften rasch Arbeit finden, sagt er.

Wie gut es läuft, zeigt auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die seit einem Jahr und länger ohne Beschäftigung sind. Deren Zahl ist mit 7361 zwar immer noch hoch, aber um 254 niedriger als vor einem Jahr.

Sorgen allerdings bereitet der Agentur die starke Zunahme bei Arbeitslosen mit ausländischen Wurzeln. Deren Zahl stieg im Jahresvergleich um 315 auf aktuell 3937. Grund ist vor allem der starke Zuzug von Bulgaren und Rumänen. Die Agentur appelliert in diesem Zusammenhang an Arbeitgeber, das Potenzial dieser Personengruppe zu nutzen und verweist auf finanzielle Hilfen und die Kostenübernahme für Sprachkurse bei entsprechenden Einstellungen.

Vor dem Hintergrund der binnen Jahresfrist um 16,5 Prozent auf 3107 gestiegenen Zahl der offenen Stellen werden viele Betriebe nicht umhinkommen, sich genau diese Gruppe Arbeitssuchender anzuschauen. "Arbeitgeber und Bewerber müssen sich stärker aufeinander zubewegen was Flexibilität, Mobilität und Bezahlung angeht", sagt die Sprecherin der Agentur, Silke Sennhenn.

Besonders betroffen vom Fachkräftemangel ist die Pflegebranche, die händeringend nach geeigneten Mitarbeitern sucht. Viele Stellen sind über Monate unbesetzt zulasten der bestehenden Belegschaft. Aber auch das Nahrungsmittelhandwerk sucht immer dringender Mitarbeiter und Auszubildende. Besonders groß ist die Not bei Fleischern und Bäckern.

989 Ausbildungsstellen stehen derzeit 1378 unversorgte Bewerber gegenüber. Eine Einschätzung der Lage zum Herbst hin wagt Schubert noch nicht. Kostenlose Beratung bietet sein Haus unter Tel. 0800/4555500 an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.