Jobcenter: 30 Prozent Kürzung für Eingliederung Arbeitsloser

Arbeitsmarkt: Sparkurs trifft die Bildungsträger in der Region

Kassel. Die massive Kürzung des Budgets zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen wirkt sich nicht nur auf Menschen ohne Job aus, sondern auch auf Bildungsträger in der Region.

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Dadurch dass bei den Jobcentern nahezu ein Drittel weniger Geld zur Verfügung steht, gibt es auch weniger Aufträge für Förderungs- und Qualifizierungsprojekte. „Das große Zittern geht um“, sagt Udo Amling vom Bezirksvorstand des Verdi-Fachbereichs Bildung. Viele Träger stünden unter enormem Druck.

Man gehe davon aus, dass Personal zum Teil nicht weiterbeschäftigt werden könne. Laut Verdi gab es bei einigen hessischen Bildungsträgern schon betriebsbedingte Kündigungen. Durch das Sparpaket des Bundes ist das Eingliederungbudget des Jobcenters Stadt Kassel in diesem Jahr um 6,5 Millionen Euro geschrumpft auf 17 Mio. Euro. Dem Jobcenter des Landkreises wurde das Budget von 9,1 Mio. Euro im Vorjahr auf jetzt 6,3 Mio. Euro zusammengestrichen. „Es hat uns richtig wehgetan“, sagt Detlev Ruchhöft, Geschäftsführer des Jobcenters Stadt Kassel.

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Projekte für Arbeitslose

Dennoch habe man es geschafft, „dass jeder der arbeiten will und kann, ein passendes Angebot bekommt.“ Ob das im kommenden Jahr, in dem man weitere Kürzungen von 10 bis 20 Prozent erwarte, so bleibe, sei allerdings ungewiss. Um fünf Prozent gekürzt wurde auch das Budget für Personal- und Sachkosten des Jobcenters. Um 18 befristet Beschäftigte habe man das Personal bereits verringert, sagte Ruchhöft. Dass auch gut qualifizierte Bildungsträger in der Region unter den Kürzungen leiden und womöglich gar kaputt gehen, sei zu befürchten. Detlef Hesse, Chef der Kasseler Arbeitsagentur, gibt zudem zu bedenken, dass viele Langzeitarbeitslose, die trotz des Aufschwungs noch nicht vermittelt seien, einer intensiven Förderung befürften. „Da wäre es hilfreich gewesen, wenn man nicht so stark gekürzt hätte.“

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