Architektonische Vielfalt

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Bildet den zentralen Punkt der Gartenstadt Harleshausen: Die Elena-Klinik.

Die architektonische Vielfalt der Gebäude in Harleshausen reicht von historischen Fachwerkhäusern bis zu repräsentativen Bauwerken im Stil der 50er-Jahre.

Nachdem sich der Stadtteil mit der Industrialisierung von einem Dorf mit Bauernhöfen mehr und mehr zu einer Arbeitersiedlung mit Wohn- und Geschäftshäusern entwickelt hatte, siedelten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend wohlhabende Bürger am Rande von Harleshausen an. Mit dem Bau der ersten Einfamilienhäuser entstand die „moderne“ Gartenstadt, deren Vorzeigegebäude die heutige Elena-Klinik ist.

Gartenstadt

Die historische Gartenstadt besteht aus freistehenden, im ländlichen Architekturstil errichteten Häusern. Als eines ihrer ersten Gebäude entstand im Jahr 1911 ein großbürgerliches Wohnhaus, das sein Bauherr Ernst von Strombeck im Stil der englischen Herrenhäuser errichten ließ. Entworfen hatte das „Landhaus“ der bekannte Architekt Hermann Muthesius, einer der Mitbegründer des Deutschen Werkbundes. „In dieser Zeit erlebte Harleshausen einen regelrechten Aufschwung“, erklärt Geschichtskenner Heiner Range. „Viele betuchte Leute zogen aus Kassel in die Gartenstadt, die wegen der Nähe zum Schloss Wilhelmshöhe viele attraktive Bauplätze zu bieten hatte.“

In dem großbürgerlichen Landhaus ist nach dem Tod von Ernst von Strombeck seit dem Jahr 1937 die Elena-Klinik untergebracht. Benannt wurde sie nach der Königin Elena von Italien, einer engagierten Förderin der Erforschung und Behandlung des Parkinson-Syndroms. Die Behandlung dieser Krankheit bildet bis heute den Schwerpunkt der Klinik.

Katholische Kirche Herz Mariä

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte große Wohnungsnot in Kassel. In den 50er-Jahren entstanden auch in Harleshausen viele Eigenheime in dem nüchternen und zweckmäßigen Stil der damaligen Zeit. Die helle, klare und einfache Bauweise repräsentiert auch die im Jahr 1957 eingeweihte Katholische Kirche Herz Mariä an der Ecke der Harleshäuser Straße/Ahnatalstraße. „Auffallend für die Zeit ist ihr separater Turm“, sagt Heiner Range. „Das im Oval gebaute Kirchenschiff mit seinem geschwungenen Dach wirkt von außen sehr erhaben und schafft im Inneren eine ganz besondere Atmosphäre. Sehenswert sind außerdem die Kreuzwegfiguren und das Altarkreuz der Kasseler Künstlerin Erika-Maria Wiegand.“

Weitere Informationen zu dem architektonischen Rundgang durch Harleshausen und zur Geschichte des Stadtteils gibt es bei Heiner Range unter Tel. 05 61 / 8 88 45. (zkr)

Harleshausen Kirchditmold.pdf

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