Zuzug in Nordstadt und in Rothenditmold

Die Armut treibt viele Bulgaren nach Kassel

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Die Flagge Bulgariens.

Kassel. Die starke Zuwanderung von armen Familien aus Südosteuropa stellt viele Kommunen vor Probleme. Der Deutsche Städtetag hat jetzt Geld vom Bund für die nötige Integrationsarbeit gefordert, um den sozialen Frieden in den Städten nicht zu gefährden.

Dieser Forderung schließt sich Kassel an.

In der Stadt hat sich die Zahl der Bulgaren seit dem EU-Beitritt des Landes 2007 verzehnfacht. Aktuell leben mehr als 1330 Menschen dieser Herkunft in Kassel. Besonders stark war der Zustrom in den vergangenen zwei Jahren, als jeweils rund 350 bulgarische Staatsbürger zugezogen sind. Auch Menschen aus Rumänien lassen sich verstärkt in Kassel nieder.

Vor allem in der Nordstadt und in Rothenditmold ist dieser Zuzug spürbar. Ein Teil der Zuwanderer aus den EU-Oststaaten – darunter auch Roma-Angehörige – ist beruflich kaum qualifiziert und verfügt über sehr geringe Bildung, geschweige denn Sprachkenntnisse. Diese Feststellungen des Deutschen Städtetags bestätigt Reinhold Weist, Referent der Oberbürgermeisters, auch für Kassel.

Mit selbstständiger Arbeit, die für Bulgaren und Rumänen in Deutschland erlaubt ist, versuchten sie ihren Lebensunterhalt zu verdienen, beispielsweise als Schrotthändler. Viele Familien, die in ihrer Heimat in ärmsten Verhältnissen gelebt hätten, wohnten auch hier in heruntergekommenen Gebäuden.

Probleme gebe es auch bei der gesundheitlichen Versorgung der Menschen, weil kein ausreichender Versicherungsschutz vorhanden sei. Wer etwa für Impfungen von Kindern aufkomme, sei nicht geklärt. Drängendstes Problem sei die sprachliche Integration, betont Weist, vor allem der schulpflichtigen Kinder. Die Stadt hat sich bereits an den Bund gewandt, um Geld für weitere Sprachkurse zu bekommen.

Ab 2014, wenn für Rumänen und Bulgaren uneingeschränkte Freizügigkeit in der EU herrscht, wird mit einer weiteren Zuwanderungswelle gerechnet.

Von Katja Rudolph

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