Steve brennt für Kassel

Artist des Zirkus Flic Flac erzählt über sein Leben aus dem Koffer

Kassel. Er ist einer der Publikumslieblinge des diesjährigen Flic-Flac-Programms: Steve Rawlings (51) ist ein Jonglage-Künstler und Komiker aus London. Aber was macht der Familienvater, der schon vor der Queen aufgetreten, in der Zeit zwischen den Auftritten?

„Es gibt gute Restaurants in Kassel“, sagt Rawlings. Für jemanden, der die britische Küche gewohnt ist, sei diese Feststellung aber wohl nichts Ungewöhnliches. Oft gehe er asiatisch essen in der Königsgalerie und auch der Türke an der Fünffensterstraße (Anadolu) sei ihm ans Herz gewachsen. Dort habe er den Heiligabend verbracht – allein. „Aber es war schön. Die Mitarbeiter waren gut drauf, hörten laute Musik und ich hatte Lamm und süße Baklava.“

Dennoch sei es ihm vor allem an den Weihnachtstagen schwer gefallen, weit entfernt zu sein von seiner Frau und seinem Sohn, einem angehenden Zauberer. In den 30 Jahren seiner Bühnenkarriere sei es das erste Mal gewesen, dass er ein Engagement im Ausland über die Feiertage hatte. „Aber ich telefoniere oft mit meiner Familie. Skypen geht nicht, das Signal in meinem Hotel ist so schlecht.“

Geschenke habe er mit seiner Frau, die für ihn die Auftritte weltweit vereinbart, aber schon vorher ausgetauscht: „Für mich gab es Karten für die Show der Komikergruppe Monty Python“, erzählt Rawlings.

Ansonsten verlaufen seine Tage in Kassel routiniert ab: „Ich stehe morgens auf, schaue noch etwas Fernsehen im Hotel und dann geht’s los, aufwärmen im Zelt.“ Der Zusammenhalt unter den internationalen Artisten sei toll. Meist säßen die Künstler vor den Shows zusammen, um zu plaudern.

Eine Entschädigung für das Heimweh seien aber vor allem die Auftritte vor dem Kasseler Publikum: „Viele Shows sind ausverkauft, die Atmosphäre ist wundervoll.“ Das sei keinesfalls selbstverständlich. Und was macht er, wenn ein Witz nicht zündet? „Wenn ein Witz nicht funktioniert, musst du taff sein, den nächsten machen und hoffen, dass der klappt.“

Bei zwei Aufführungen am Tag bleibe wenig Zeit, sich die Stadt anzusehen. „Ich hatte zuvor nie von Kassel gehört und auch jetzt kenne ich nur die Königsstraße und ein paar gute Buchhandlungen mit englischsprachiger Literatur.“

Obwohl es der Beruf erfordere, oft von der Familie getrennt zu sein, würde Rawlings ihn gegen keinen anderen eintauschen wollen. „Es ist der coolste Job der Welt.“

Rawlings wurde Bühnenkünstler, weil er als 20-Jähriger nicht so recht wusste, was er tun sollte. Damals arbeitete er als Rettungsschwimmer und half in einem Jugendtheater. Und wie wird man dann Komiker? Rawlings lacht. „Du musst einfach versuchen, einer zu sein.“

Von Bastian Ludwig

Fotos von einer Flic-Flac-Show

Die Show des Zirkus FlicFlac

Fotos von den Proben bei Flic-Flac

Proben im Flic Flac

Hintergrund: Etliche Shows bereits ausverkauft

Viele Shows des Zirkus Flic Flac sind bereits ausverkauft. Karten gibt es noch für die 16 Uhr-Vorstellung am 2. Januar. Ab der 20 Uhr-Vorstellung am 5. Januar bis zum 12. Januar sind wieder ausreichend Karten erhältlich.

HNA-Kartenservice

0561/ 203 204, in den HNA-Geschäftsstellen oder unter www.flicflac.de

Rubriklistenbild: © HNA/Schachtschneider

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