Vom 20. Dezember bis 13. Januar

Festival auf dem Friedrichsplatz: Artisten drehen wieder auf

Himmlisch schön und teuflisch gut: Seraphine Strange als Weihnachtsengel und der Kasseler Diabolo-Artist Phil Os stimmten gestern schon auf das Festival ein. Darauf freuen sich auch Angelika Hüppe von Kassel Marketing und Flic-Flac-Chef Benno Kastein. Foto: Koch

Kassel. Die Tage der documenta-Künstler in Kassel sind beinahe gezählt, jetzt kündigen sich die Artisten an: Im Flic-Flac-Zelt auf dem Friedrichsplatz werden sich zum Jahreswechsel wieder Zirkuskünstler und Akrobaten ein Stelldichein geben und um die Gunst des Publikums buhlen.

Die vierte Auflage des Festivals der Artisten, das zugleich ein Wettbewerb ist, findet vom 20. Dezember bis 13. Januar statt. Wie im vergangenen Jahr erwartet Zirkuschef Benno Kastein 55 000 Besucher. Während er vor vier Jahren bei den Artisten, Akrobaten und Clowns noch Überzeugungsarbeit leisten musste, nach Kassel zu kommen, freuten sich die Künstler inzwischen über Anfragen, sagt Flic-Flac-Sprecherin Meike Schütte: Das liege nicht nur an den begehrten Artisten-Preisen, sondern auch an der attraktiven Veranstaltung „auf dem schönsten Zirkusplatz Europas“.

Benno Kastein hat seinen Favoriten für den Wettbewerb schon ausgemacht: Der russische Clown Andrej Jigalov sei „zum Totlachen“, findet der Zirkuschef. Sein Tipp ist allerdings nicht unbedingt ein gutes Omen: „Ich habe bisher jedes Mal falsch geraten“, gesteht er.

Hoch im Kurs könnten auch die „Catwall Acrobats“ stehen, die sprichwörtlich die Wände hochgehen. Die sechs Stehaufmännchen und -weibchen aus Kanada haben eine Mauer im Gepäck, um die sie ihre überraschende Choreografie darbieten.

www.flicflac.de

Einen Heimvorteil beim Publikum hat möglicherweise der Diabolo-Künstler Phil Os. Der 23-jährige Kasseler, dessen artistische Kinderstube beim Circus Rambazotti liegt, ist inzwischen europaweit als Jongleur gefragt.

Seine teuflisch schnellen Kunststücke stehen ganz im Gegensatz zum Können des Schweizers Mädir Eugster alias „Rigolo“, der gewissermaßen der ruhende Pol des Festivals sein wird. Der Balancekünstler formt aus Palmrippen eine schwebend leichte Skulptur. Schweizer Präzision mit ästhetischem Anspruch.

Wie in den vergangenen Jahren winken den beliebtesten Künstlern 15.000, 10.000 und 5000 Euro als Auszeichnung. Den ersten Preis sponsern in diesem Jahr Königs-Galerie und Schlosshotel, für den zweiten und dritten Preis stehen die Geldgeber laut Flic-Flac noch nicht fest. Wer die Preise bekommt, entscheidet das Publikum: In jeder Vorstellung werden Mützen in die Zuschauenmenge geworfen. Wer eine fängt, darf nachher für seinen Star des Abends abstimmen.

Ein Gewinner des Festivals wird in jedem Fall die Stadt Kassel sein, sagt Angelika Hüppe, Chefin von Kassel Marketing. „Der Zirkus ist ein riesiges Pfund für uns.“ Die Veranstaltung sei ein Publikumsmagnet, der im dann ausgehenden documenta-Jahr noch mal viele Gäste in die Stadt locken werde.

Von Katja Rudolph

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